Berlin - Bundesfinanzminister Olaf Scholz nimmt die von Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) erhobene Kritik der Schlumpfigkeit mit Humor. „Das mit den Schlümpfen gefällt mir super. Die sind klein, listig und gewinnen immer“, sagte der SPD-Kanzlerkandidat am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“. 

Söder und Scholz sollen nach Angaben von Teilnehmern am Mittwoch in der Bund-Länder-Konferenz über die Finanzierung eines Härtefallfonds für Firmen aneinandergeraten sein. Demnach hatte der SPD-Kanzlerkandidat zunächst an alle Ministerpräsidenten gerichtet erklärt: „Es braucht keiner zu träumen, dass der Bund ein Konto einrichtet, von dem alles bezahlt wird.“ Es werde keinen anderen Konsens geben als die anteilige Finanzierung von Bund und Ländern.

Daraufhin habe Söder – so wird es von mehreren Teilnehmern dargestellt – Scholz hart angegangen: „Sie sind nicht der König von Deutschland oder Weltenherrscher.“ Und: Scholz müsse jetzt „gar nicht so schlumpfig herumgrinsen“.

Söder: „Jetzt ist alles wieder gut“

Söder betonte auf Nachfrage, man solle nicht jedes überlieferte Wort auf die „Goldwaage“ legen, er schätze Scholz „grundsätzlich“, und auch in der großen Koalition komme man gut miteinander zurecht. Gleichwohl gebe es bisweilen unterschiedliche Standpunkte, und Scholz habe „eine sehr pointierte Art.“ Er sei mit Scholz nicht ein Herz und eine Seele, „aber jetzt ist alles wieder gut.“

Der Härtefallfonds geht auf Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) zurück. Der Fonds soll Firmen helfen, die die bisherigen Hilfskriterien nicht exakt erfüllen oder wo spezielle Verhältnisse in bestimmen Branchen nicht erfasst sind. Trotz des Streits wurde der Fonds auch von der Ministerpräsidentenkonferenz beschlossen, am Montag sollen aber noch weitere Detailfragen geklärt werden.