Berlin - Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den Demokratien weltweit zu einem Schwerpunkt des G7-Gipfels auf Schloss Elmau in Bayern machen.

„Ein besonderer Erfolg wäre es, wenn der Gipfel der Ausgangspunkt für einen neuen Blick auf die Welt der Demokratie sein könnte“, sagte Scholz in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Das Verständnis von Demokratie greife zu kurz, wenn man sich dabei auf den klassischen Westen konzentriere, also die Staaten der „Gruppe der Sieben“. Ihr gehören neben Deutschland, die USA, Kanada, Frankreich, Großbritannien, Italien und Japan an.

Scholz: „Wir müssen den ganzen Globus in den Blick nehmen“

„Die großen, mächtigen Demokratien der Zukunft sind in Asien, Afrika und im Süden Amerikas und werden unsere Partner sein“, sagte Scholz, der vom 26. bis zum 28. Juni Gastgeber des G7-Gipfels ist. „Wir müssen den ganzen Globus in den Blick nehmen und dürfen nicht nur einen reduzierten Blick auf Europa, Nordamerika und Japan haben.“ Deshalb habe er sehr bewusst fünf Gäste eingeladen: die Staats- und Regierungschefs von Indonesien, Indien, Südafrika, Senegal und Argentinien.

Die Welt werde in 30 Jahren noch mehr Machtzentren haben als heute. „Wenn wir es schaffen, dass diese Welt trotzdem zusammenarbeitet und Demokratien dabei eine zentrale Rolle spielen, ist das ein großer Schritt nach vorne“, sagte der Kanzler. Deutschland hat in diesem Jahr turnusmäßig die Präsidentschaft in der Gruppe wirtschaftsstarker Demokratien.