Hoffnung auf Nachahmer: Russischer Oligarch Tinkow legt Staatsbürgerschaft ab

Er wolle nicht länger mit einem „faschistischen Land in Verbindung gebracht“ werden, schreibt der Milliardär Oleg Tinkow auf Instagram.

Oleg Tnkow im Jahr 2018.
Oleg Tnkow im Jahr 2018.imago/TAR-TASS

Wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine hat der Oligarch Oleg Tinkow seine russische Staatsbürgerschaft abgegeben. Das berichtet NTV unter Berufung auf eine Veröffentlichung des Oligarchen auf Instagram. Tinkow ist als Gründer der Online-Bank Tinkoff einer bekanntesten russischen Unternehmer und Putin-Kritiker.

Auf Instagram veröffentlichte Tinkow nun eine Urkunde, die das Ende seiner russischen Staatsbürgerschaft bestätigen soll. Dazu schrieb der Milliardär, er wolle „nicht mit einem faschistischen Land in Verbindung gebracht werden“, das seiner Ansicht nach, „einen Krieg mit seinem friedlichen Nachbarn begonnen“ habe und täglich unschuldige Menschen töte. Die Nachrichtenagentur Nexta veröffentlichte einen Screenshot auf Twitter.

Tinkow hofft auf Nachahmer

Der Milliardär hofft nun auf prominente Nachahmer, um das Regime und die Wirtschaft von Wladimir Putin zu schwächend und damit dieser „schließlich besiegt werden kann“, wie Tinkow schreibt. Er „hasse Putins Russland“, aber „liebe alle Russen, die eindeutig gegen diesen verrückten Krieg“ seien.

Den Westen forderte Tinkow bereits in der Vergangenheit auf, das „Massaker“ zu beenden. Tinkow ist damit eine schillernde Ausnahme in der sonst Putin-treuen Riege russischer Oligarchen. Kurz nach Beginn des Ukrainekrieges war auch er von britischen Sanktionen betroffen. Aufgrund seiner kritischen Äußerungen könnte Tinkow künftigen Sanktionen jedoch entgehen.

Die von ihm gegründete Tinkoff-Bank ist einer der größten Kreditgeber Russlands und hat rund 20 Millionen Kunden. 2020 zog sich Tinkow von seinem Posten als Vorstandsvorsitzender zurück. Der Milliardär wurde im Mai 2022 nach eigenen Angaben wegen seiner Kritik an Moskaus Krieg zum Verkauf seiner Bank gezwungen.