Kapstadt/Berlin -  Eine neue Studie des Africa Health Research Institute hat die Wirksamkeit des Vakzins von Biontech/Pfizer untersucht. Die Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass dieser offenbar nur teilweise vor Omikron schützt. Der südafrikanische Virologe Alex Sigal erklärte, dass die Neutralisierung von Omikron im Vergleich zu seinem früheren Stamm „sehr stark abgenommen“ habe. Zu dieser Einschätzung kommt Sigal auf Basis vorläufiger Ergebnisse, die aber noch nicht von Fachkollegen überprüft worden sind. Zunächst berichtete der Spiegel.

Im Rahmen der Studie wurde das Blut von zwölf Personen untersucht, die offenbar mit dem Vakzin von Biontech geimpft worden waren. Sechs von ihnen hätten sich bislang nicht mit Sars-Cov-2 infiziert, was auch die Menge ihrer Antikörper bestätigte, heißt es in der Studie. Die anderen sechs Personen sollen sich während der ersten Corona-Welle infiziert haben. Bei der ersten, bislang nicht infizierten Gruppe ist den Angaben zufolge ein 41-facher Rückgang der Antikörper gegen Omikron registriert worden. Die zweite Gruppe (genesen und geimpft) hingegen zeigte einen relativ hohen Wert an neutralisierten Antikörpern, heißt es.

Biontech-Chef Ugur Sahin geht laut Spiegel davon aus, dass weitere Ergebnisse zur Wirksamkeit der Vakzine gegen Omikron am Mittwoch oder Donnerstag vorliegen könnten. Welchen Schutz die Impfstoffe von Moderna, Johnson & Johnson und anderen Herstellern gegen Omikron bieten, ist bislang noch nicht in aussagekräftigen Studien erfasst worden.

Virologe Fauci über Omikron: „Nahezu sicher“ nicht schlimmer als Delta

Der US-Virologe Anthony Fauci sagte am Dienstag, dass die südafrikanische Variante Omikron zwar „eindeutig hochgradig übertragbar“ und womöglich ansteckender sei als die Delta-Variante. Jedoch weise im Falle einer Omikron-Infektion einiges auf einen weniger schwerwiegenden Verlauf hin. Es sei „nahezu sicher“, dass Omikron „nicht schlimmer ist als Delta“, so Fauci. Vollständig gesicherte Ergebnisse dazu sind allerdings erst in einigen Wochen zu erwarten.

Michael Ryan, irischer Arzt und Experte der Weltgesundheitsorganisation (WHO), hält es für „höchst unwahrscheinlich“, dass die neue Omikron-Variante des Coronavirus den Schutz von Impfstoffen komplett aushebeln könnte. Ryan bezieht sich mit dieser Einschätzung auf die Impfstoffe im Allgemeinen, nicht spezifisch auf Biontech/Pfizer. „Wir haben hochwirksame Impfstoffe, die sich bisher gegen alle Varianten als wirksam erwiesen haben, was schwere Erkrankungen und Krankenhausaufenthalte angeht“, sagte der Experte der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag. „Es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass dies bei Omikron nicht der Fall sein könnte“. (mit AFP)