London - Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan hat wegen der rasanten Ausbreitung der hochansteckenden Omikron-Variante des Coronavirus den Katastrophenfall ausgerufen. Der Anstieg der Omikron-Fälle in der britischen Hauptstadt sei „sehr besorgniserregend“, erklärte Khan am Samstag. Daher müssten die Londoner Behörden nun „eng zusammenarbeiten, um die Auswirkungen auf unsere Stadt zu minimieren“ und vor allem das „lebenswichtige Impfprogramm“ aufrechtzuerhalten.

Der in Großbritannien als „major incident“ bezeichnete Katastrophenfall ermöglicht den Behörden, sich gegenseitig zu unterstützen, um einen Zusammenbruch des Gesundheitssystems und anderer öffentlicher Dienstleistungen zu verhindern. Khan hatte zuletzt im Januar inmitten einer heftigen Corona-Welle den Katastrophenfall ausgerufen, weil die Londoner Krankenhäuser kurz vor dem Kollaps standen.

Corona-Lage in Großbritannien spitzt sich zu 

In London ist die Omikron-Variante bereits die dominierende Coronavirus-Variante. In den vergangenen sieben Tagen wurden in der britischen Hauptstadt mehr als 65.000 Infektionsfälle verzeichnet. Zuletzt waren es sogar 26.418 neue Fälle binnen 24 Stunden – die höchste Zahl seit Beginn der Pandemie. Im gesamten Vereinigten Königreich wurden am Samstag 90.418 neue Fälle verzeichnet, etwas weniger als am Freitag.

Wegen der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante in Großbritannien führt die Bundesregierung kurz vor Weihnachten drastische Reisebeschränkungen für Rückkehrer von der Insel ein. Von diesem Montag an (Mitternacht) gilt das Vereinigte Königreich als Virusvariantengebiet, wie das Robert-Koch-Institut am Samstagabend in Berlin mitteilte. Dies bedeutet, dass Einreisende 14 Tage in Corona-Quarantäne müssen – auch, wer geimpft ist oder eine Erkrankung überstanden hat. Diese Frist kann auch nicht durch einen Test verkürzt werden. Zudem dürfen nur noch Bundesbürger und Menschen mit deutschem Wohnsitz ins Land.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Die Einreise sicherer zu machen, hilft, damit sich die Omikron-Variante nicht so schnell ausbreitet. Verhindern können wir die Verbreitung nicht, nur verzögern. Je länger es dauert, bis Omikron auch Deutschland im Griff hat, umso besser.“ Bislang galten keine europäischen Länder als Virusvariantengebiet. Nach einer RKI-Liste sind dies aktuell Länder wie Südafrika, Namibia und Simbabwe. Im südlichen Afrika war Omikron entdeckt worden.