Berlin - Der Online-Glücksspielmarkt wird ab Juli bundesweit legalisiert und einheitlich geregelt. Der dazugehörige Staatsvertrag tritt zum 1. Juli in Kraft, nachdem alle 16 Länder ihn ratifiziert haben, wie das Land Berlin am Freitag mitteilte. Das Bundesland hat derzeit den Vorsitz der Konferenz der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten (MPK). Dort hatten sich die Länder jahrelang um eine Einigung bemüht. Online-Angebote wie Sportwetten, Poker und sogenannte Automatenspiele sind nun ab Juli bundesweit erlaubt.

Der Staatsvertrag sieht dabei eine Reihe von Vorgaben vor, um insbesondere Suchtgefährdete, Kinder und Jugendliche zu schützen. So sollen Spieler monatlich maximal 1000 Euro für Glücksspiele einzahlen dürfen. Überwacht wird dies von einer neuen Vollzugs- und Aufsichtsbehörde. Zwingend nötig ist außerdem ein Spielkonto. Folglich müssen sich Spieler und Spielerinnen identifizieren. Minderjährige können so ausgeschlossen werden.

Der Glücksspielstaatsvertrag beendet einen Sonderweg von Schleswig-Holstein: Dort waren Online-Glücksspiele erlaubt, nachdem das Land 2012 unter der damaligen Regierung aus CDU und FDP aus dem gemeinsamen Vertrag ausgeschert war. Woanders blieben die Spiele verboten.

Der neue Staatsvertrag will zudem den Schwarzmarkt von Online-Glücksspielen eindämmen. Unter anderem sollen Online-Pokerspiele und virtuelle Automatenspiele deshalb nur im engen Rahmen legalisiert werden.