Berlin - Seit Inkrafttreten des Brexit-Abkommens beschweren sich immer wieder Verbraucherinnen und Verbraucher über unerwartete Kosten nach einem Online-Kauf bei Händlern mit Sitz in Großbritannien. „Sechs Monate nach Inkrafttreten des Austrittsabkommens zeigt sich: Der Brexit hat Auswirkungen auf den Online-Handel“, erklärte am Mittwoch die Leiterin des Teams Brüssel beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) Isabelle Buscke. „Leidtragende sind in diesem Fall die Verbraucher, weil sich Händler nicht an ihre gesetzlichen Informationspflichten halten“.

Häufig sei den Verbrauchern nicht bewusst, dass sie bei einem Händler außerhalb der EU einkaufen – so seien Internetauftritte komplett auf Deutsch, die Domainnamen endeten häufig auf „.de“, erläuterte Buscke. Auf zusätzliche Kosten und eventuelle Verspätungen bei den Lieferungen werde nicht ausreichend hingewiesen. Probleme beim Widerruf und den Rücksendungen begründeten Händler häufig mit dem Brexit. Der vzbv prüft in diesen Fällen, ob rechtliche Schritte möglich sind.

Unternehmen, die sich an Verbraucher in der Europäischen Union richten, sind prinzipiell dazu verpflichtet, über den Gesamtpreis der verkauften Ware inklusive aller Kosten zu informieren. „Die europäischen Verbraucherschutzregeln müssen besser durchgesetzt werden“, forderte Buscke. „Die EU muss das für ihren Austausch mit den Vertretern des Vereinigten Königreichs ganz oben auf die Tagesordnung setzen“.