Berlin - Die britische Plattform OnlyFans wird ab Oktober keine pornographischen Inhalte mehr zeigen. Zwar wolle das Unternehmen weiterhin Bilder und Videos präsentieren, „die Nacktheit beinhalten“, jedoch nicht länger „sexuell-explizite Aufnahmen“, heißt es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Grund dafür sind offenbar Forderungen von Investoren und Zahlungsdienstleistern, denen OnlyFans nachkommen will.

Auf OnlyFans posten Influencer – vor allem Künstlerinnen, Sexarbeiter und Musiker – Content, den Nutzer kostenpflichtig abonnieren können. Die meisten Inhalte sind pornografisch – und diese Inhalte sind bei den Nutzern am beliebtesten. Jedoch nicht bei den Investoren, denn für sie ist Pornografie auch aus Reputationsgründen oft kein beliebtes Anlageziel. 

OnlyFans-Investor Leo Radvinsky heute Milliardär

Jedoch: Sex sells. Pornografie kann als Kapitalanlage durchaus lukrativ sein, wie der Fall des Haupteigentümers von OnlyFans zeigt: Leo Radvinsky, ukrainisch-amerikanischer Unternehmer, stieg im Oktober 2018 als Investor ein und wurde zum Milliardär. Heute gehören ihm 75 Prozent der Firmenanteile. Gründer des Unternehmens ist der 38-jährige Brite Tim Stokely, der gemeinsam mit seinem Vater und seinem Bruder noch immer die Geschäfte führt.

Wenn sich die Plattform also künftig von pornographischen Inhalten verabschieden wird, gibt sie ihren Markenkern auf und droht, ihre wichtigste Zielgruppe zu verlieren. Künftig wolle man vermehrt auf Fitness-, Beauty- und Kochinhalte setzen. Doch dafür sind schon andere Social-Media-Plattformen wie Instagram oder TikTok bekannt.

Auch für Sexarbeiter war OnlyFans eine wichtige Einnahmequelle, vor allem in Zeiten des Corona-Lockdowns gab es einen Boom. Viele Pornodarstellerinnen verlagerten ihr Geschäft ins Digitale und sicherten so ihre Existenz. Auch für sie droht damit ab Oktober einiges anders zu werden.