Berlin - Die Website von Vegan-Koch Attila Hildmann ist bereits zum zweiten Mal von Anonymous gehackt worden. Wie das Kollektiv am Montag in seinem Blog bekanntgab, verschafften sich die Hacker nicht nur Zugriff auf die Seite des Verschwörungsideologen, sondern auch auf Datenbanken seines Hosters ProSite. 

Wer derzeit attilahildmann.de aufruft, findet zudem nicht wie zu erwarten vegane Rezepte und Produkte oder Verschwörungstheorien vor, sondern einen Youtube-Clip, in dem die US-amerikanische Singer-Songwriterin Haley Reinhart den Britney-Spears-Hit „Oops!...I did it again“ covert. Auch das Logo der Hacker ist nun auf der Website zu sehen.

Hayley Reinhart performt „Oops!...I did it again“.

Youtube

Anonymous: Das ist ein Nudelsieb, kein Hoster

Anonymous legt in dem Blogbeitrag über das Vorgehen der Gruppe auch die mutmaßliche Missachtung von Sicherheitsstandards seitens der Webspace-Anbieter offen: „Das ist ein Nudelsieb, aber kein Hoster“, heißt es. Die Hacker hatten offenbar Zugriff auf „persönliche, ungesicherte und unverschlüsselte Kundendaten“. Sowohl Stammdaten als auch Kreditkarten-Informationen seien in den Datenbanken sichtbar gewesen. Die Aktivisten belegen dies mit anonymisierten Screenshots. Auch eine Mail von Hildmann findet sich unter den Belegen. Darin wendet sich der Verschwörungsideologe mit einer Beschwerde an den Hoster: Er habe keinen Zugriff mehr auf seine Website. 

Bereits im September wurde Hildmann Opfer einer Hacker-Attacke. Ein Vertrauter des ehemaligen Starkochs soll bei diesem ersten Angriff Anonymous die Zugriffsdaten zur Verfügung gestellt haben. Hildmann hält sich derzeit in der Türkei auf und entzieht sich dort einem Haftbefehl. Die Hacker hatten darauf hingewiesen, dass an Hildmann Interna der Berliner Justiz durchgestochen worden sein mussten.