Berlin - Die Hilfe für die Opfer der Todesfahrt am Ku'damm ist nach Angaben des Berliner Opferbeauftragten landesübergreifend angelaufen. „Das ganze Hilfssystem ist am Mittwoch hochgefahren worden“, sagte Roland Weber am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Es habe zwischenzeitlich ein erstes Online-Treffen zur Koordinierung der Beteiligten des Netzwerks gegeben, ein zweites sei am Abend geplant. „Da sind alle wichtigen Netzwerk-Partner an Bord“, schilderte Weber. Dazu gehörten etwa der Bundesopferbeauftragte und sein Team sowie die Opferbeauftragte des Landes Hessen wegen der zahlreichen Betroffenen aus deren Bundesland.

Das Gesetz über die psychosoziale Notfallversorgung für das Land Berlin (PSNVG) ermögliche einen reibungslosen Austausch von wichtigen Informationen ohne gegen den Datenschutz zu verstoßen, erklärte der Rechtsanwalt. Es sei eine Folge der Erfahrungen bei der Betreuung von Opfern nach dem islamistischen Anschlag 2016 auf einen Berliner Weihnachtsmarkt. „Seitdem hat sich die Situation deutlich verbessert“, so Weber, der das Amt des Opferbeauftragten seit 2012 ausübt. So sei es heute etwa möglich, dass Behörden wie die Unfallkasse oder das Versorgungsamt früh beteiligt seien.

Nach Angaben Webers werden die Opfer des Todesfahrt zunächst von Ärzten und Seelsorgern der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) betreut. Als Anlaufstelle für Menschen, die etwa als Augenzeugen noch gesundheitliche Probleme bekommen, empfahl er zunächst den Berliner Krisendienst. Zudem gibt es für Opfer solch dramatischer Ereignisse inzwischen eine Zentrale Anlaufstelle für Betroffene von Terroranschlägen und Großschadensereignissen. Nach Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft wurden neben der getöteten Lehrerin aus Hessen mehr als 30 Menschen verletzt.