Qualitätskontrolle in der Wernesgrüner Brauerei.
Foto: Bitburger-Braugruppe.de

Bitburg/BerlinDie Bitburger Braugruppe trennt sich von der Wernesgrüner Brauerei. Carlsberg Deutschland werde den Standort Wernesgrün im sächsischen Vogtland und die Marke zum 1. Januar 2021 übernehmen, teilte der Hersteller am Montag mit. 

Die Entscheidung zum Verkauf sei „im Rahmen der strategischen Neuausrichtung der Bitburger Braugruppe erfolgt“, hieß es. Die Wernesgrüner Brauerei gehörte seit 2002 dazu.

Der Verkauf ermögliche der Bitburger Braugruppe, sich in Ostdeutschland „künftig stärker auf unsere Schwarzbierbrauerei und den Logistikstandort in Bad Köstritz sowie die Marke Köstritzer zu fokussieren“, teilte die Geschäftsführung mit.

Bei dem Verkauf von Wernesgrüner sei entscheidend gewesen, dass Carlsberg Deutschland als künftiger Eigentümer den Standort „nicht nur übernehmen, sondern langfristig und nachhaltig in seinen Kapazitäten ausbauen“ wolle.

Der Verkauf erfolge vorbehaltlich der Zustimmung des Bundeskartellamts, hieß es in einer Mitteilung. Über Einzelheiten und über den Kaufpreis hätten beide Parteien Stillschweigen vereinbart.

Die Geschichte der Wernesgrüner Brauerei reicht bis in das Jahr 1436 zurück. Am 18. März des Jahres erhielten die Gebrüder Schorer das Recht, eine Glashütte im Wald anzulegen. Wie damals für abgelegene, gewerbliche Anwesen üblich, beinhaltete das Glashüttenprivileg auch das Brau- und Schankrecht.

Wernesgrüner war zudem das Lieblingsbier des DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker. In Wandlitz, wo die Mächtigen des Staates lebten, wurde vorzugsweise Wernesgrüner und Radeberger getrunken. Geschadet hat dies dem guten Ruf der Biermarken nicht.