Berlin - Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz (CDU), sieht einen Zusammenhang zwischen niedrigen Impfquoten in den neuen Bundesländern und dem hohen Zuspruch für die AfD in diesen Regionen. „Es gibt zwischen der Zustimmung für die AfD und Impfablehnung einen klaren Zusammenhang. Er lässt sich nicht wegdiskutieren“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die allermeisten AfD-Funktionäre gingen aggressiv gegen das Impfen sowie gegen sämtliche Corona-Maßnahmen vor – „ähnlich wie der frühere US-Präsident Donald Trump“, so Wanderwitz. Er gehe deshalb davon aus, „dass wir in Ostdeutschland im Herbst aufgrund der Delta-Variante eine Corona-Welle sehen werden, die das Gesundheitssystem erneut an seine Grenzen bringen wird“.

Alice Weidel lehnt unterschiedliche Regelungen für Geimpfte ab

Bei den Erst- und Zweitimpfungen belegen Sachsen, Thüringen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt vor Bayern nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) die letzten vier Plätze. Mecklenburg-Vorpommern und Berlin rangieren mit 60,8/55,3 und 62,3/54,6 Prozent im Mittelfeld. Bundesweit sind laut Impfdashboard des RKI aktuell 62,8 Prozent der Bevölkerung mit mindestens einer Dosis geimpft. 56,1  Prozent sind vollständig geimpft.

„Wenn sich zeigt, dass auch Jüngere schwer erkranken und es für Ungeimpfte in Richtung eines Teillockdowns geht, kann ich mir zwar vorstellen, dass es sich viele doch noch überlegen und sie sich gegen Covid-19 impfen lassen“, sagte der CDU-Politiker. Die Mehrzahl der AfD-Wählerschaft sei derzeit aber nicht für Argumente erreichbar.

AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel bekräftigte ihre Ablehnung zu unterschiedlichen Regelungen für geimpfte und ungeimpfte Menschen in der Corona-Politik. „Wir sind für die Freiheit für alle Bürger, egal ob geimpft oder ungeimpft“, sagte sie den Funke-Zeitungen. Mit Hygiene- und Abstandsregeln könne man schon sehr viel abfangen. Die Maßnahmen der Bundesregierung dagegen seien völlig überzogen.