Am Ostseestrand in Zinnowitz dürfen Touristen nur baden, wenn sie eine Übernachtung gebucht haben.
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SchwerinIn Mecklenburg-Vorpommern sind am Wochenende zahlreiche Anzeigen gegen Tagestouristen aufgenommen worden. Allein in Rostock wurden 110 Verfahren gegen Tagestouristen eingeleitet, berichtet der NDR unter Berufung auf Angaben der Stadt. Die Zahl der Verfahren müsse jedoch nicht genau mit der Zahl der betroffenen Touristen übereinstimmen, da ein Verfahren auch gegen mehrere Menschen geführt werden könne oder Wiederholungstäter dabei sein könnten, hieß es. In den Fällen sei jeweils ein Bußgeld von 150 Euro verhängt worden.

Touristen dürfen laut der Infektionsschutzverordnung des Bundeslandes nur nach Mecklenburg-Vorpommern reisen, wenn sie mindestens eine gebuchte Übernachtung vorweisen können. Von Berlin morgens an den Ostseestrand und abends wieder zurück – das ist verboten. Bei Verstößen droht ein Bußgeld von bis zu 2000 Euro.

Wenn nun Anfang September die Ferien in ganz Deutschland enden, ergibt sich allerdings neuer Spielraum hinsichtlich einer Lockerung des Verbots, hoffen Tourismusverbände und Kommunen. „Wir haben die Erwartung, dass der Tagestourismus wieder erlaubt wird“, sagte Tobias Woitendorf, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern der „Ostseezeitung“.

Bisher galt: Infektionen können ohne Hotelbuchung nicht zurückverfolgt werden. Besonders Regierungschefin Manuela Schwesig (SPD) gab sich bislang eher vorsichtig, was weitere Lockerungen angeht. Doch nun macht sie denen Hoffnung, die auf Umsatz durch Touristen angewiesen sind: „Wenn die Infektionszahlen weiter stabil sind, Schule und Kita weiter gut laufen, kann ich mir vorstellen, dass wir auch den Tagestourismus öffnen“, so die Regierungschefin. „Wir rechnen damit, dass ab September die Zahl der Übernachtungsgäste bei uns zurückgehen wird, weil dann in den meisten Bundesländern die Schulferien vorbei sind.“ Deshalb werde sie mit Vertretern von Kommunen, Wirtschaft, Gewerkschaften und Medizinern beraten, ob „im Gegenzug“ Tagesgäste ins Land können. Der Tourismusbranche entgehen Schätzungen zufolge aufgrund der Verordnung täglich Tausende Besucher.