Von Corona-Leugnern bedroht: Ärztin tot aufgefunden

Die österreichische Ärztin Lisa-Maria K. sprach sich für das Impfen aus und wurde massiv angefeindet. Erst schloss sie ihre Praxis, nun wurde ihre Leiche entdeckt.

Eine Ärztin führt einen Corona-Test durch. (Symbolbild)
Eine Ärztin führt einen Corona-Test durch. (Symbolbild)Imago/photonews.at/Anna Rauchenberger

Die österreichische Ärztin Lisa-Maria K. sprach sich für das Impfen aus und wurde über Monate von mutmaßlichen Corona-Leugnern und Impfgegnern bedroht. Wie das Portal OÖNachrichten unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichtet, wurde K. am Freitag tot in ihrer Arztpraxis aufgefunden. Ein Fremdverschulden wurde von den Ermittlern ausgeschlossen, so der Bericht. Eine Obduktion werde nicht durchgeführt.

Ende Juni hatte die Ärztin ihre Praxis in Seewalchen am Attersee geschlossen. „Solche Arbeitsbedingungen, wie wir sie die vergangenen Monate erlebt haben, sind niemandem zuzumuten“, schrieb sie als Begründung auf ihrer Homepage. K. hatte nach eigenen Angaben „sieben Monate lang“ in unregelmäßigen Abständen per Mail Morddrohungen von Impfgegnern erhalten und diese auch auf Twitter veröffentlicht.

Hackerin will Mann gefunden haben, der Drohmails schrieb

Die Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen gegen einen Verdächtigen zunächst eingestellt. Aber eine deutsche Hacker-Aktivistin will danach einen Mann gefunden haben, der Drohmails an Ärztin K. verfasst haben soll. Nun sollen Strafanzeige erstattet und Ermittlungen aufgenommen werden, heißt es in dem Bericht von OÖNachrichten. Das Ziel ist es, den Tod der Medizinerin und dessen Vorgeschichte aufzuklären.

Hilfe-Nummern
Ihre Gedanken hören nicht auf zu kreisen? Sie befinden sich in einer scheinbar ausweglosen Situation und spielen mit dem Gedanken, sich das Leben zu nehmen? Wenn Sie sich nicht im Familien- oder Freundeskreis Hilfe suchen können oder möchten – hier finden Sie anonyme Beratungs- und Seelsorgeangebote:

Telefonseelsorge: Unter 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222 erreichen Sie rund um die Uhr Mitarbeiter, mit denen Sie Ihre Sorgen und Ängste teilen können. Auch ein Gespräch via Chat ist möglich. telefonseelsorge.de

Kinder- und Jugendtelefon: Das Angebot des Vereins Nummer gegen Kummer richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche, die in einer schwierigen Situation stecken. Erreichbar montags bis sonnabends von 14 bis 20 Uhr unter 11 6 111 oder 0800 – 111 0 333. Am Sonnabend nehmen die jungen Berater des Teams Jugendliche beraten Jugendliche die Gespräche an. nummergegenkummer.de.

Muslimisches Seelsorge-Telefon: Die Mitarbeiter von MuTeS sind 24 Stunden unter 030 – 44 35 09 821 zu erreichen. Ein Teil von ihnen spricht auch Türkisch. mutes.de

Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: Eine Übersicht aller telefonischen, regionalen, Online- und Mail-Beratungsangebote in Deutschland gibt es unter suizidprophylaxe.de