Berlin - Nach den Wahlen in Berlin werden immer mehr Pannen bekannt. Eine Neuwahl zum Abgeordnetenhaus ist zumindest in einigen Wahlkreisen noch nicht vom Tisch und denkbar. Nicht nur am Wahlsonntag lief demnach einiges schief, sondern offenbar auch danach. So hat die Landeswahlleitung um ihre ehemalige Chefin Petra Michaelis den FDP-Abgeordneten Andreas Otto mit einem Grünen-Abgeordneten verwechselt. Dem FDP-Mann wurde per Schreiben zu seinem Mandat für die Grünen in Pankow gratuliert, worüber sich der Liberale dann sehr wunderte. Jeder Mandatsgewinner wird in einem Schreiben gefragt, ob er das Mandat antritt. „Ich habe nur gedacht: Jetzt drehen sie völlig durch“, sagt Andreas Otto von der FDP der Berliner Zeitung. Der Brief der Landeswahlleitung liegt der Berliner Zeitung vor.

Der 54-Jährige war in Reinickendorf zur Abgeordnetenhauswahl angetreten, hatte das Mandat aber verfehlt. Verwechselt wurde er mit seinem Namensvetter Andreas Otto von den Grünen. Dieser hat in der Tat ein Direktmandat in Pankow gewonnen. „Das ist so peinlich, dass es schon wieder lustig ist“, so der FDP-Mann.

Andreas Otto von den Grünen wartet jetzt auf den wichtigen Brief

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Das Schreiben für Andreas Otto (Grüne) landete bei seinem gleichnamigen FDP-Kollegen.

Einer, der jetzt auf das notwendige Schreiben der Landeswahlleiterin wartet, ist Andreas Otto von den Grünen. Er sagt dieser Zeitung: „Anfang November ist ja die konstituierende Sitzung des Abgeordnetenhauses, ich bleibe noch gelassen und warte auf den Brief. Nachdem, was alles bei der Wahl schieflief, ist diese Verwechslung nur noch ein weiterer Punkt. Die Berliner Verwaltung muss noch einiges dazulernen.“

Die ehemalige Landeswahlleiterin kündigte vergangene Woche an, die Wahl anzufechten, weil sie in zwei Wahlkreisen mandatsrelevant sein könnte. Andreas Otto von der FDP bleibt zumindest ein Trost: Er zieht in das Bezirksparlament von Reinickendorf ein.