Männer aus Marokko und Bangladesch sitzen in einem überfüllten Holzboot im Mittelmeer vor der Küste Libyens.
Foto: dpa/AP/Santi Palacios

VatikanPapst Franziskus hat die Flüchtlingslager in Libyen am Mittwoch als Internierungslager bezeichnet. Zugleich appellierte er, Folter und Leid von Migranten in den Lagern in Libyen nicht zu ignorieren. Die Welt bekomme oft nur eine „gefilterte Version“ dessen zu hören, was in dem nordafrikanischen Bürgerkriegsland wirklich passiere, sagte das katholische Kirchenoberhaupt nach dpa-Angaben. 

„Der Krieg ist schlimm, das wissen wir. Aber man kann sich nicht vorstellen, in welcher Hölle sie dort leben, in diesen Internierungslagern“, sagte der 83-jährige Franziskus.

Der Papst erinnerte in seiner Predigt in der Casa Santa Marta an seinen Besuch bei Bootsmigranten auf der italienischen Insel Lampedusa vor sieben Jahren. Er habe sich von den Menschen ihre Lebensgeschichten berichten lassen. Auch dort habe ein Übersetzer ihm nur die halbe, „gefilterte“ Wahrheit aus dem Schreckensbericht eines Flüchtlings übertragen. Das sei ihm hinterher von einer Frau erzählt worden, sagte der aus Argentinien stammende Papst.