Berlin/Zislow - Der letzte DDR-Innenminister Peter-Michael Diestel ist aus der CDU ausgetreten. Er habe der Partei, die seine politische Heimat gewesen sei, mehr als 30 Jahre angehört, teilte der Rechtsanwalt mit einer Kanzlei im mecklenburgischen Zislow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) am Mittwoch mit. Verlassen hat er die CDU demnach am Dienstag.

„Wertkonservatives Denken, mittelstandsorientierte Wirtschaftspolitik – verbunden mit einem strammen und konsequenten Blick auf das Grundgesetz – gaben mir Wärme und Geborgenheit“, schreibt Diestel in seiner Erklärung. Dies alles habe die CDU aufgegeben. „Ich verstehe sie nicht mehr und ich mag sie heute genauso wenig wie sie mich.“

Diestel: Unzufriedenheit mit der CDU wuchs über Monate

Die Entwicklung in den letzten Monaten und Wochen und ganz besonders in den letzten zwei Tagen hätten ihn in seiner Entscheidung bestärkt, so der 69-Jährige weiter. Er warf der CDU vor, ein „schwammiger und hilfloser Kanzlerwahlverein“ zu sein. Diestel war in der letzten DDR-Regierung von April 1990 bis zur Wiedervereinigung im Oktober Innenminister.