Berlin - Die Feuerwehr in Berlin überprüft einen Verdachtsfall von Rechtsextremismus in den eigenen Reihen. Es geht um ein NPD-Wahlplakat, das offenbar bei einer Party der Freiwilligen Feuerwehr in Adlershof an der Wand hing. Ein Foto des Vorfalls wurde auf der linksgerichteten Internetseite Indymedia veröffentlicht. Es zeigt zwei junge Männer vor einem migrationskritischen NPD-Plakat mit der Aufschrift „Heimreise statt Einreise“. Einer der Männer soll laut „Tagesspiegel“ Hauptbrandmeister in Adlershof sowie Oberbrandmeister bei der Berufsfeuerwehr sein. 

Bei der Berliner Feuerwehr heißt es, man nehme die Vorwürfe sehr ernst. Eine Überprüfung des Falles habe „oberste Priorität“, berichtet der „Tagesspiegel“. Die Website Indymedia geht so weit, über das Autokennzeichen des Beschuldigten zu spekulieren und darin Hinweise auf Jahreszahlen, die im Nationalsozialismus eine Rolle spielten, zu erkennen. Indymedia erhebt zudem Vorwürfe gegen weitere Anwesende bei der Party: Sie seien wegen des NPD-Plakats zumindest nicht eingeschritten.

Nach Angaben der Berliner Feuerwehr befindet sich das Plakat nicht mehr in den genannten Räumlichkeiten, so die Deutsche Presse-Agentur am späten Montagabend. Die Behörde wisse zudem von einem Vorfall im Juni 2018, bei dem der fragliche Feuerwehrmitarbeiter im Einsatz einen Patienten mit Migrationshintergrund beleidigt haben soll - ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren sei eingestellt worden.  Landesbranddirektor Karsten Homrighausen wird zitiert mit den Worten: „Jegliche Erscheinungsformen antidemokratischen Denkens und Handelns haben keinen Platz bei uns.“