In Zypern kann man sich bisher Reisepässe „erkaufen“ (Symbolbild).
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NikosiaZyperns Parlamentspräsident Demetris Sillouris hat nach Korruptionsvorwürfen in Zusammenhang mit der Ausstellung von Reisepässen seinen Rücktritt verkündet. „Ich habe in keiner Weise gegen das Gesetz verstoßen“, erklärte Sillouris in seiner Rücktrittsankündigung. Er sei zum Wohle des Amtes zurückgetreten, um zu verhindern, dass die Korruptionsvorwürfe dem Ansehen des Landes schaden könnten.

Sillouris war von dem TV-Sender Al Jazeera heimlich dabei gefilmt worden, wie er einem angeblichen flüchtigen Investor aus China bei der Beschaffung eins zyprischen Passes half, obwohl dieser in seiner Heimat vorbestraft war. Tatsächlich handelte es sich bei dem Investor um einen getarnten Reporter. Der Parlamentsabgeordnete Christakis Giovanis, der in dem Bericht ebenfalls heimlich gefilmt wurde, war bereits von allen Ämtern zurückgetreten, die er für die kommunistische Oppositionspartei Akel bekleidete.

Wenige Stunden nach der Ausstrahlung des Berichts hatte die Regierung in Nikosia am Dienstag angekündgt, dass sie ihr umstrittenes System der sogenannten goldenen Pässe für ausländische Investoren ab dem kommenden Monat abschaffen wolle. Das Programm sieht vor, dass Nicht-EU-Bürger Reisepässe im Gegenzug für eine Investition von 2,5 Millionen Euro auf der Insel erwerben können.

Hunderte von Menschen protestierten am Mittwoch in der Hauptstadt Nikosia gegen die mutmaßliche Korruption im öffentlichen Sektor. Zypern sagte zu, alle 4000 Fälle zu überprüfen, in denen Personen einen solchen Pass erhalten haben. Sieben Pässe seien im Zuge dieser Untersuchungen bereits entzogen worden.