Berlin - Paukenschlag in der Berliner Landespolitik: Bei der Wahl zum Spitzenkandidaten der Freien Wähler hat sich mit Marcel Luthe ein in Berlin bekanntes Gesicht durchgesetzt. Luthe verließ im vergangenen Jahr die FDP, weil diese nach seiner Ansicht „nicht konsequent genug“ für Grundrechte eintrete.

Seither war er als parteiloser Einzelabgeordneter in der Politik aktiv, jetzt soll er also die Freien Wähler zum Erfolg führen. Die Wahl des streitlustigen Politikers dürfte bei den anderen Parteien für Aufregung sorgen. Sollten die Freien Wähler unter Luthes Führung ähnlich erfolgreich sein wie in Bayern, Brandenburg und Rheinland-Pfalz, werden die Karten in der Berliner Landespolitik womöglich neu gemischt.

„Viel zu lange haben viel zu viele Bürger Politik mit sich machen lassen, statt selbst Politik zu machen. Die desaströsen Ergebnisse sehen wir aktuell täglich, die Ursachen liegen irgendwo zwischen Missmanagement und Organisierter Kriminalität. Beides können wir nur abstellen, wenn wir Missstände aufdecken, klar ansprechen und uns gegen den Strom stellen, und zwar in allen Bereichen!“, sagte Luthe der Berliner Zeitung.

Politik-Newcomer im Team Luthe: Carsten Stahl und Michael Knape

In Luthes Team sind zudem zwei aus anderen Bereichen bekannte politische Newcomer: Zum einen Carsten Stahl, der sich im Bereich Kinderschutz und Anti-Mobbing-Maßnahmen bundesweit einen Namen gemacht hat. Zum anderen der Berliner Polizist Michael Knape, der als pensionierter Leitender Direktor beim Polizeipräsidenten Berlin und Professor für Polizeirecht einer der bundesweit bekanntesten Polizisten ist.

Der Berliner Landesvize der Freien Wähler, Tobias Eder, sagte am Samstag: „Marcel Luthe ist sicherlich einer der unbequemsten Abgeordneten in Deutschland, aber genau das ist die Aufgabe eines Abgeordneten. Mit ihm an der Spitze wollen wir alle unsere Demokratie wieder stärken und statt weichgespülter Positionen klare Kante zeigen.“