Berlin - Viele Antigen-Schnelltests sind nicht zuverlässig genug – im nächsten Jahr müssen sie deshalb von unabhängigen Stellen überprüft werden. Bisher dürfen Hersteller gemäß der aktuellen EU-Richtlinie ihre Tests selbst zertifizieren. Eine unabhängige Überprüfung ist derzeit nicht erforderlich. Ab Mai 2022 wird sich das nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) aber ändern: Dann müssen ein EU-Referenzlabor und eine sogenannte Benannte Stelle hinzugezogen werden. Die Tests werden dann im Labor untersucht und die Daten unabhängig überprüft.

Das PEI und andere Institutionen untersuchten insgesamt 122 Covid-19-Antigen-Schnelltests. Eine wichtige Voraussetzung für die Zuverlässigkeit der Tests ist eine ausreichende Sensitivität (Empfindlichkeit) der Antigen-Schnelltests. Diese drückt aus, wie gut der Test also in der Lage ist, das Virus nachzuweisen. „Das Ergebnis: Die Qualität der Tests war sehr unterschiedlich“, berichtete das PEI. 26 Tests boten nicht die geforderte Sensitivität von 75 Prozent.

Dennoch könnten Schnelltests beim Eindämmen der Pandemie helfen, heißt es vom PEI. „Bei entsprechender Güte erlauben Antigen-Schnelltests daher eine zeitnahe Identifizierung akut infizierter und potenziell infektiöser Personen und ermöglichen unmittelbare Maßnahmen, um die Virusausbreitung einzudämmen.“