Washington/Suluk - Die USA haben nach eigenen Angaben einen der Anführer des Terrornetzwerks Al-Kaida in Syrien getötet. Abdul Hamid al-Matar sei bei einem Drohnenangriff nahe Suluk im Nordwesten Syriens getötet worden, erklärte ein Sprecher des US-Zentralkommandos am Freitag. Zivilisten seien bei dem Angriff nach derzeitigen Erkenntnissen nicht zu Schaden gekommen. Der Einsatz sei mit einer Drohne vom Typ MQ-9 Reaper ausgeführt worden.

Die Tötung al-Matars werde die Fähigkeit Al-Kaidas beeinträchtigen, „weitere Anschläge weltweit zu planen und auszuführen“, erklärte der Armeesprecher. Die Extremistenorganisation stelle weiterhin „eine Bedrohung für die Vereinigten Staaten und unsere Verbündeten dar“. Al-Kaida nutze Syrien als Rückzugsort, um sich neu zu formieren und Einsätze im Ausland zu planen.

Bereits Ende September hatten die USA nach Angaben des Pentagon einen Al-Kaida-Kommandeur bei einem US-Luftangriff in der Region Idlib im Nordwesten Syriens getötet. Salim Abu-Ahmad war nach US-Angaben für die „Planung, Finanzierung und Genehmigung von überregionalen Al-Kaida-Anschlägen“ verantwortlich.

War die Tötung von al-Matar ein Vergeltungsschlag der USA?

Der Drohnenangriff auf al-Matar erfolgte zwei Tage nach einer Attacke auf den Luftwaffenstützpunkt Al-Tanf im Süden Syriens, der von der US-geführten Anti-IS-Koalition genutzt wird. Ob es sich bei der Tötung von al-Matar um einen Vergeltungsschlag für den Angriff auf Al-Tanf handelte, sagte der Sprecher nicht.

Rund 900 US-Soldaten befinden sich derzeit noch in Syrien. Im Nordosten des Landes unterstützen sie die kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF). Im Süden sind sie auf der Militärbasis Al-Tanf stationiert, die 2016 für den Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) eingerichtet worden war. Sie liegt in unmittelbarer Grenznähe zu Jordanien und Irak an der strategisch wichtigen Straße von Bagdad nach Damaskus. Seit Beginn des Bürgerkrieges in Syrien im Jahr 2011 wurden etwa 500.000 Menschen getötet. Mehr als 6,6 Millionen flüchteten sich ins Ausland.