Für jede vierte Frau in Deutschland sind Periodenprodukte wie Tampons oder Binden zu teuer. Das führt dazu, dass sich viele von ihnen mehr Zeit beim Wechseln der Hygieneartikel lassen, wie eine aktuelle Studie von Plan Deutschland nahelegt. Daraus ergeben sich gefährliche Folgen für die Gesundheit der Frauen, wie etwa das toxische Schocksyndrom oder eine Infektion. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Menstruation in Deutschland noch immer zu teuer und mit vielen Tabus belegt ist.

Für den Bericht „Menstruation im Fokus. Erfahrungen von Mädchen und Frauen in Deutschland und weltweit“ führte Plan bundesweit eine repräsentative Befragung bei 2000 Menschen zwischen 16 und 45 Jahren durch. Die Studie geschah in Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Organisation Wash United.

Jede zweite Frau gab an, sie würde sich besser mit Periodenprodukten versorgen, wenn diese günstiger wären. Wegen der hohen Preise würden sie den Kauf von Slipeinlagen, Binden, Tampons und Co. herauszögern, heißt es in dem Bericht. „Die sogenannte ‚Periodenarmut‘ ist also auch in Deutschland Realität“, sagt Kathrin Hartkopf, Sprecherin der Geschäftsführung von Plan International Deutschland.

Viele Menstruierende nehmen Medikamente, um im Alltag zu funktionieren

Ein weiteres Problem seien fehlende Informationen zur Periode. Jede fünfte Befragte wusste nicht, was mit ihr geschah, als sie ihre erste Menstruation hatte. Das überrasche die Autorinnen und Autoren der Studie kaum, da die Periodenblutung noch immer zu wenig in Schulen besprochen werde.

Rund 62 Prozent der befragten Menschen mit Periode sagen außerdem regelmäßig Aktivitäten aufgrund von Schmerzen ab, fühlen sich aber oft unwohl mit der Erklärung. Alarmierend sei laut Plan International Deutschland, dass 39 Prozent der befragten Menstruierenden während der Periode Schmerzmittel nehmen, um den Alltag bewältigen zu können. Insbesondere auf der Arbeit oder in der Schule befürchten 23 Prozent der Befragten Unverständnis oder negative Konsequenzen, wenn sie aufgrund ihrer Monatsblutung fehlen würden.

„Wir sind noch weit davon entfernt, eine vorurteilsfreie, aufgeklärte und periodenfreundliche Gesellschaft zu sein“, resümiert Plan-Sprecherin Kathrin Hartkopf bei der Vorstellung der Ergebnisse. Menschen mit Periode leiden laut den Studienmachern noch immer unter „tief verwurzelter Benachteiligung“.