München/Stuttgart - Die Tierrechtsorganisation Peta hat anlässlich des Todes von Löwe King Tonga den Circus Krone dazu aufgefordert, die Großkatzendressur zu stoppen. In einer Mitteilung ruft die Organisation dazu auf, die „Ära der Peitsche endlich“ zu beenden. 

Der weiße Löwe war am vergangenen Wochenende gestorben. Das Tier wurde fast 20 Jahre alt. Peta wirft Circus Krone nun vor, „gravierendes Tierleid“ zu verursachen. King Tonga sei 19 Jahre lang vorgeführt und zur Zucht missbraucht worden. Die Tierschützer verweisen im Zuge dessen auf ein Video, in dem zu sehen sein soll, wie zwei Löwinnen und ein Tiger von einem Krone-Dompteur gepeitscht und mit einem Stock geschlagen werden. 

Eine Mitarbeiterin von Peta appelliert an das Unternehmen: „Der Zirkus muss einsehen, dass die Zeiten, in denen fühlende Lebewesen zu Unterhaltungszwecken ausgebeutet werden, vorbei sind.“ Dr. Yvonne Würz fordert das Direktorenpaar Lacey-Krone auf, Tierschauen künftig aus dem Programm zu nehmen.

Peta: Weiße Tiger, Jaguare und Löwen leiden unter „Qualzucht“

In dem Schreiben wird auch auf staatsanwaltschaftlich verfolgte Missstände bei der Tierhaltung verwiesen. So habe die Justizbehörde in München bei der Auswertung des veröffentlichten Videos festgestellt, dass die Tiere „leichtere Schmerzen“ erlitten haben. Überdies liege eine Bestätigung darüber vor, dass die Tiere auch unter Angst vor weiteren Peitschenhieben und Stockschlägen leiden könnten. 

Peta macht zudem auf die besondere Gefahr für weiße Großkatzen aufmerksam: Tiger, Löwen und Jaguare mit weißer Fellfarbe könnten demnach durch Gendefekte beeinträchtigt sein. Dies liegt daran, dass mit ihnen eine gezielte Inzucht betrieben wird, heißt es. Die Organisation prangert eine „Qualzucht“ an .

Die Tierschützer von Peta kämpfen unter anderem gegen Speziesismus. Darunter wird die Weltanschauung verstanden, dass der Mensch allen anderen Lebewesen überlegen und dementsprechend zur ihrer Ausbeutung berechtigt ist.