Der desaströse Zustand des Checkpoint Charlie, die Steinwüsten vor der Schloss-Attrappe und die Verkehrssituation in Berlin: Das sind nur einige Beispiele, die das jahrelange Versagen in großen Teilen der Berliner Politik beweisen. Mit Petra Kahlfeldt als neuer Senatsbaudirektorin könnte sich hier endlich etwas ändern. Dass die Frau die nötige Kompetenz besitzt, hat sie mehrfach bewiesen. Sei es mit dem Gerling-Quartier in Köln, der Sanierung der vormals schrecklichen Innenstadt in Frankfurt am Main oder auch mit den von Kahlfeldt verantworteten Neuerungen in der Potsdamer Innenstadt. Trotzdem – oder gerade deswegen – wird die Frau sofort attackiert, Journalisten des Tagesspiegels und der taz beteiligen sich mit mehr oder weniger unverhohlener Freude an der harschen Diffamierung. Warum ist das so?

Haben Kahlfeldts Kritiker Angst, sich den großen Herausforderungen unserer Stadt auch selbstkritisch zu stellen? Fürchten sie, dass der Erfolg der Neuen das Versagen der Alten dokumentieren könnte? Und warum beteiligen sich die üblichen Verdächtigen der Hauptstadtpresse an dem Versuch, den so bitter nötigen Umbruch in Berlin im Keim zu ersticken?

Steckt dahinter womöglich die Angst, dass das bequeme, auf den eigenen Vorteil ausgerichtete Verharren in selbst gestalteten Komfortzonen keine Zukunft mehr hat? Kahlfeldt selber dürfte sich von derlei unsouveränen Attacken und Verhaltensmustern indes wenig beeindrucken lassen. Sie sagt: „Ärmel hochkrempeln, Entscheidungen herbeiführen, Verbesserung bewirken, darum geht es.“

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