New York - Der Chef des Pharmaunternehmens Pfizer, Albert Bourla, geht davon aus, dass die Corona-Impfung mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer aufgefrischt werden muss. Bourla sagte dem US-amerikanischen Fernsehsender CNNBC, dass nach den zwei Impfungen wahrscheinlich eine dritte Immunisierung innerhalb von zwölf Monaten nötig sei. 

„Ein wahrscheinliches Szenario ist, dass es die Notwendigkeit einer dritten Dosis geben wird, irgendwo zwischen sechs und zwölf Monaten“, sagte der Vorstandsvorsitzende des US-Pharmakonzerns in einem am Donnerstag veröffentlichten, aber bereits Anfang April geführten Interview. Danach müsse möglicherweise jährlich eine weitere Impfung folgen, ähnlich wie bei der Grippe-Impfung. Dies alles müsse jedoch noch untersucht werden – vor allem im Hinblick auf die Corona-Varianten. Es sei „extrem wichtig, den Pool an Menschen, die für das Virus anfällig sein können, klein zu halten“.

Andere Wissenschaftler und Pharma-Vertreter hatten sich bereits ähnlich geäußert. Pfizer und sein deutscher Partner Biontech sowie andere Hersteller untersuchen derzeit bereits die Wirkung von möglichen Auffrischungen ihrer Corona-Impfstoffe.

Wie lang die Schutzwirkung der in Rekordzeit neu entwickelten Corona-Impfstoffe vorhält, ist ungewiss. Laut einer Studie, die Pfizer diesen Monat veröffentlichte, ist sein Vakzin zusammen mit dem Mainzer Unternehmen Biontech zu mehr als 91 Prozent wirksam gegen eine Corona-Infektion und zu mehr als 95 Prozent gegen eine schwere Covid-19-Erkrankung. Dies gilt den Angaben zufolge für bis zu sechs Monate nach der zweiten Impfspritze. Ob die Schutzwirkung nach einem halben Jahr weiter anhält, muss nach Angaben von Wissenschaftlern weiter erforscht werden.