Berlin/Eschweiler„Querdenken“-Demos erzeugen bei vielen Pflegekräften in Deutschland blankes Entsetzen. Uwe Janssens, Chefarzt für Intensivmedizin am St.-Antonius-Hospital in Eschweiler, sagt über die Reaktion seiner Mitarbeiter: „Sie waren fassungslos und richtig wütend. Sie behandeln stundenlang Patienten, drehen sie auf den Bauch, kämpfen um ihr Leben und sehen dann Menschen demonstrieren, die teilweise nicht an die Pandemie glauben. Da entsteht eine gewisse Wut.“ Trotzdem würden die Kolleginnen und Kollegen wieder rausgehen und die Patienten weiter versorgen.

„Die Menschen sollten einfach mal ein paar Tage bei uns mitarbeiten und mitbekommen, was das für Patienten bedeutet. Luftnot ist neben Schmerzen das Schlimmste, das Menschen betreffen kann. Die haben Todesangst. Das ist für alle hier äußerst belastend“, sagt Janssens, der auch Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) ist.