Passau - Dem Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und dem Stadtrat in Passau ist eine Weihnachtsüberraschung gründlich missglückt. Den Mitarbeitern des Passauer Klinikums wollte Scheuer am Montag 3000 Plätzchentüten vorbeibringen. Auch als Geste für ihren Einsatz in der Corona-Krise. Doch der dortige Personalratsvorsitzende lehnte das Geschenk wütend ab, wie der Bayerische Rundfunk berichtet.

Rüdiger Kindermann, der Personalratsvorsitzende, sagte dem Sender: „Plätzchen helfen den überlasteten Pflegekräften nicht. Alle klatschen, im Bundestag wird gelobhudelt, aber bei den letzten Tarifverhandlungen ist uns keiner entgegengekommen, niemand hat die Pflege aufgewertet.“ 

Kindermann stellte dem Bericht zufolge die Plätzchen vor ein Parteibüro der CSU in Passau ab. Einen harschen Brief an Andreas Scheuer legte er gleich mit dazu. Darin bittet er den Politiker, dass der Personalschlüssel in der Pflege reformiert wird. Das Ziel: Der Personalbedarf solle vom tatsächlichen Pflegebedarf der Patienten abhängen. Das sei derzeit nicht der Fall. Die Pflegekräfte seien seit Jahrzehnten überlastet.

Der Bundesverkehrsminister äußerte sein Bedauern, dass sein Geschenk offenbar nicht gut angekommen ist. Es habe sich um eine unpolitische Geste gehandelt. Er habe nur Danke sagen wollen, so Scheuer.

Korrektur: In einer früheren Version hatten wir geschrieben, es handele sich um 300 Plätzchen, die Scheuer verteilt hatte. Richtig ist aber, dass es 3000 Plätzchentüten waren. Zudem wurde in der Überschrift klargestellt, dass es der Personalratsvorsitzende war, der seine Tüte zurückgegeben hat.