Paris - Im Rahmen eines Pilotprojekts werden in Paris sowie in sieben weiteren Städten Frankreichs sogenannte „Lärmblitzer“ getestet. Bei Überschreiten einer gewissen Lärmgrenze erfolgt – wie bei einem Blitzer – eine automatische Identifizierung des betreffenden Fahrzeugs. Wie das Motorrad-Magazin Tourenfahrer berichtet, werden die „Lärmblitzer“ bereits auf Großbaustellen oder in der Nähe von Flughäfen eingesetzt.

Das vom Französischen Lärmschutzverband als „Méduse“ (zu Deutsch: Qualle) benannte Mikrofonsystem misst mehrmals pro Sekunde den Lärmpegel seiner Umgebung und bestimmt die Richtung der Schallquelle. Durch die Koppelung an eine Kamera und ein System zur Kennzeichenerfassung soll die Identifizierung lauter Verkehrsteilnehmer möglich sein. Auf der Website des Vereins können Bewohner einiger Pariser Viertel bereits den Lärmpegel ihrer Umgebung überprüfen.

Die Pilotphase beginnt im November und soll zwei Jahre dauern. Der Lärmschutzverband Bruitpraif rechnet mit einer raschen Zulassung nach Ende der Tests. Danach sollen besonders laute Verkehrsteilnehmer auch Strafzettel bekommen. Die genauen rechtlichen Grundlagen, wie Grenzwerte für Bußgelder, werden aktuell von den zuständigen Ministerien festgelegt. Der landesweite Einsatz soll 2023 beginnen.

Im Juli erließ die Stadt Paris Tempo 30 auf fast allen Straßen. Als Gründe wurden die Verkehrssicherheit sowie die Lärmreduzierung und der Klimaschutz genannt. Ausnahmen bilden unter anderem große Verkehrsachsen wie die Champs-Élysées.