Pinkel-Attacke bei Oktoberfest: Wiesn-Unhold uriniert auf Gäste

Allein am Sonntag kam es zu mehreren Straftaten im Umkreis der feuchtfröhlichen Wiesn-Feier. Ein Übergriff war besonders unappetitlich.

An der hoch frequentierten Münchner Hackerbrücke kam es allein am Sonntag zu mehreren Anzeigen gegen alkoholisierte Wiesn-Gäste.
An der hoch frequentierten Münchner Hackerbrücke kam es allein am Sonntag zu mehreren Anzeigen gegen alkoholisierte Wiesn-Gäste.IMAGO/Ralph Peters

Als „Fest von Freude und Freiheit“ hatte der bayrische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) das Oktoberfest beim Wiesn-Auftakt am vergangenen Sonnabend bezeichnet. „Auf eine friedliche Wiesn!“ Weniger friedlich endete die diesjährige Feier auf der Theresienwiese allein am Sonntag für gleich mehrere ahnungslose Gäste, wie die Bundespolizeidirektion München am Montag mitteilte. Demnach kam es im Laufe des Tages an der Hackerbrücke – der am Bahnhof gelegenen Hauptverkehrsader für feierwütige Trachtenträger – zu einigen unerfreulichen Vorfällen.

So habe gegen 18.15 Uhr zunächst ein stark alkoholisierter Oktoberfest-Besucher an der Brücke sein Glied entblößt und zum Leidwesen mindestens einer weiteren unbekannten Person dem zuvor genossenen Gerstensaft an Ort und Stelle freien Lauf gelassen. Ob der exhibitionistische Wiesn-Unhold absichtlich auf vorbeikommende Menschen zielte, wurde nicht mitgeteilt. Weil er mit seinem Urinstrahl jedoch mindestens einen fassungslosen Passanten getroffen habe, drohe dem 23-Jährigen nun unter anderem eine Anzeige wegen Körperverletzung.

Laut Polizeiangaben kam es wenige Stunden später, gegen 22 Uhr, zu einer weiteren Straftat an der Hackerbrücke. Dabei soll ein 31-Jähriger sich zunächst gegenüber einem Security-Mitarbeiter geweigert haben, seinen vom Volksfest mitgenommenen Maßkrug vor dem Betreten des Bahnsteigs abzugeben. Dies habe den stark betrunkenen Tatverdächtigen – ein später gemachter Alkoholtest ergab 1,76 Promille – so sehr erzürnt, dass er den Sicherheitsbeamten der Deutschen Bahn mehrfach auf den Arm und ins Gesicht schlug. Auch gegen diesen angriffslustigen Schluckspecht ermittele die Bundespolizei nun wegen Körperverletzung.