Feige, hinterhältig und arglistig sei die Attacke auf Oliver Pocher gewesen. Das sagt der Comedian in einem Statement nach der Ohrfeige, die er am Rande eines Boxevents in Hamburg bekam. Er könne „gewisse Frequenzbereiche nicht mehr hören“, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass er einen irreparablen Ohrschaden behalte. In diesem Zusammenhang greift Pocher auch den Berliner Anti-Gewalt-Trainer Carsten Stahl an, bezeichnet ihn als „Karl Lauterbach des Mobbings“. Stahl und Pocher waren in der Vergangenheit über soziale Medien aneinandergeraten.

Stahl veröffentlichte nun ebenfalls ein Statement. Darin heißt es: „Gewalt ist niemals der richtige Weg oder eine Rechtfertigung. Allerdings gilt das auch für seelische und psychische Gewalt, die Oliver Pocher seit Jahren immer wieder mal öffentlich, mit seinen Erniedrigungen und seinen verachtenden und beleidigenden Aussagen, auf dem Rücken anderer Menschen betreibt, und sich auf deren Kosten und zu seinem Nutzen lustig macht.“

Es sei „falsches Verhalten von beiden Seiten, aber es war nur eine Frage der Zeit bis es leider dazu kommt. Auch weil die Gesellschaft wegsieht und Mobbing und Erniedrigung in den Medien akzeptiert“. Pocher habe dennoch „keinen Freifahrtschein, Menschen öffentlich fertig zu machen und zu erniedrigen. Comedy steht nicht über der Würde des Menschen“.

Pocher hatte in seinem Statement gesagt, was er mache, sei eine Show. Daher könne man auch ihm verbal „alles um die Ohren hauen“. Die körperliche Attacke auf ihn sei hingegen eine Körperverletzung gewesen, die rechtliche Konsequenzen haben müsse. „Wir reden nicht über irgendeine lustige Ohrfeige, wir reden über ein Kapitalverbrechen“, sagte der Komiker.