Nächste Katastrophe: 2,5 Tonnen Öl in die Oder geflossen

Nach einer Schiffshavarie auf der Oder sind auf polnischer Seite etliche Einsatzkräfte ausgerückt. Der Kraftstofftank eines Bootes soll Leck geschlagen haben.

Ein Blick auf die polnische Seite der Oder. Dort kam es am Montag zu einer Schiffshavarie.
Ein Blick auf die polnische Seite der Oder. Dort kam es am Montag zu einer Schiffshavarie.Imago/Mike Schmidt

Erst Anfang der Woche sagte Bundesumweltministerin Steffi Lemke, das Ökosystem der Oder sei massiv bedroht. Auch vier Monate nach dem großen Fischsterben habe sich die Situation nicht entschärft. Nach dem mutmaßlichen Einleiten Hunderter chemischer Substanzen kam es nun zu einer weiteren Katastrophe auf der polnischen Seite. Nach einer Schiffshavarie auf der Oder sind bei Stara Rudnica rund 2,5 Tonnen Dieselöl in den Fluss geflossen, berichtet die Märkische Oderzeitung.

Nach Angaben von Thomas Berendt, Sprecher des Landkreises Märkisch-Oderland, wurde der Katastrophenschutz von den polnischen Behörden am Dienstag darüber in Kenntnis gesetzt, „dass es am Montagfrüh auf polnischer Seite zwischen der Stadt Stara Rudnica und Neurüdnitz zu einer Havarie an einem Schubboot gekommen ist“.

Feuerwehrleute errichten Ölsperren

Dem Medienbericht zufolge soll ein Loch im Kraftstofftank des Bootes „pchacz“ als Ursache ausfindig gemacht worden sein. Das geht aus entsprechenden polnischen Havarie-Meldebögen hervor, über die der RBB berichtet. Die polnischen Behörden reagierten umgehend auf die Meldung und schickten mehrere Teams der Feuerwehr zur Einsatzstelle, die daraufhin Ölsperren errichteten.

Ob es zu Schäden auf der deutschen Seite kam, war zunächst unklar. „Das war ein Einsatz der polnischen Seite. Wir waren da gar nicht eingebunden“, so Berendt. Die Untere Wasserbehörde und das Landesumwaltamt hätten bei einer Kontrollfahrt am Dienstagmorgen keinen Kraftstoff mehr auf der Oder gefunden, erklärte er.

Fischsterben: 360 Tonnen Fisch verendet

Auf polnischer und deutscher Seite waren im August nach Ministeriumsangaben schätzungsweise mindestens 360 Tonnen Fisch verendet. Experten gehen davon aus, dass ein hoher Salzgehalt im Fluss ein wesentlicher Grund ist, verbunden mit Niedrigwasser, hohen Temperaturen und einer giftigen Algenart. Hunderte chemische Substanzen können laut Bundesumweltministerium als Mitverursacher der Umweltkatastrophe infrage kommen.

Das Fischsterben hatte zu Verstimmungen im Verhältnis zwischen Deutschland und Polen geführt. Polen pocht weiter auf einen Ausbau der Oder, Deutschland will einen Stopp.