Polen: Deutschland setzt zu wenige Barrieren für tote Fische

Polens Regierung hat bemängelt, dass deutsche Behörden nur wenige Ölsperren zum Auffangen der  verendeten Fische in der Oder aufgestellt haben.

Tote Fische schwimmen an der Wasseroberfläche des deutsch-polnischen Grenzflusses Oder.
Tote Fische schwimmen an der Wasseroberfläche des deutsch-polnischen Grenzflusses Oder.dpa/Marcin Bielecki

Polens Regierung hat bemängelt, dass deutsche Behörden nur wenige Ölsperren zum Auffangen der massenweise verendeten Fische in der Oder aufgestellt haben. „Hier stellt sich wirklich die Frage, warum wir auf polnischer Seite bereits 29 Ölsperren errichten konnten, in denen Fische gefangen werden, während auf deutscher Seite trotz unserer Bitten darum bisher nur drei solcher Barrieren errichtet wurden“, sagte Vize-Außenminister Szymon Szynkowski vel Sek am Montag dem öffentlich-rechtlichen Sender Polskie Radio.

Die polnische Feuerwehr sei zudem bereit, diese Sperren auszuleihen oder sie auf der deutschen Seite zu errichten. Die Ölsperren werden im Fluss eingesetzt, um verendete Fische aufzufangen und zu bergen, bevor diese noch weiter flussabwärts treiben.

In der Oder wurden auf polnischer und deutscher Seite in den vergangenen Tagen massenhaft tote Fische entdeckt und eingesammelt. Die Ursache für das Fischsterben ist bislang unklar. Jedoch wurde in Wasserproben sowohl in Polen als auch in Deutschland eine giftige Alge festgestellt.

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Deutschland wirft Polen Hinhaltetaktik vor

Auf deutscher Seite war das massive Fischsterben in der Oder am 9. August bekannt geworden. In Polen hatte es dagegen bereits Ende Juli erste Hinweise auf Fischkadaver in dem Grenzfluss gegeben. Die deutschen Behörden werfen der polnischen Seite vor, sie zu spät informiert und damit die Suche nach der Ursache erschwert zu haben.

Szynkowski vel Sek betonte, seit dem 11. August gebe es eine Koordinierung der Aktivitäten und einen Informationsaustausch. Vermutlich hätten die Behörden sowohl auf der polnischen wie auf der deutschen Seite das Fischsterben zunächst als lokales Problem betrachtet - bis sich herausstellte, dass es weit größere Ausmaße habe, so Polens Vize-Außenminister weiter.