BerlinDie Bundesregierung hat Polen zum Corona-Risikogebiet erklärt. Dieser Schritt wirkt sich auch auf Brandenburger aus, die über die Grenze ins Nachbarland wollen. In einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums hieß es, dass sich auch Personen, die beispielsweise zum Tanken oder Einkaufen nach Polen fahren, im Nachhinein an die geltenden Quarantäneverordnung halten müssen. Danach sind alle Personen, die aus einem ausländischen Corona-Risikogebiet in das Land Brandenburg einreisen, grundsätzlich verpflichtet, sich unverzüglich nach ihrer Einreise für 14 Tage in die häusliche Quarantäne zu begeben. Ausnahmen gelten laut Ministerium beispielsweise für Berufspendler und Lkw-Fahrer.  

Auch in Brandenburg hat die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus einen neuen Höhepunkt erreicht. Das Gesundheitsministerium berichtete am Donnerstag von 202 neuen Ansteckungen innerhalb von 24 Stunden. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Pandemie. Der letzte Höchststand im Land wurde am 3. April mit 187 Neuinfizierten verzeichnet. Nach der Stadt Cottbus und dem Landkreis Spree-Neiße gilt nun auch der Kreis Oberspreewald-Lausitz mit 50,29 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen als Corona-Risikogebiet. Allein am Mittwoch wurden dort demnach 22 neue Infektionen gemeldet.

Brandenburgs Gesundheitsstaatssekretär Michael Ranft zeigte sich besorgt über die aktuelle Situation. „Was mich besonders beunruhigt: Wir haben zunehmend ein diffuses Infektionsgeschehen. Jetzt kommt es darauf besonders an, dass wir alle gemeinsam gegenseitig auf uns aufpassen, uns solidarisch verhalten und alles tun, damit das Infektionsrisiko so gering wie möglich bleibt“, appellierte er. „Was jetzt hilft ist Abstand halten, Kontakte reduzieren, Maske tragen und regelmäßig lüften“.