Politbarometer: Zufriedenheit mit Regierung deutlich gesunken 

Die zehn wichtigsten Politiker wurden nach Sympathie und Leistung bewertet. Einige mussten erhebliche Ansehensverluste hinnehmen.

Bundeskanzler Olaf Scholz
Bundeskanzler Olaf Scholzdpa/Marcus Brandt

Die Zufriedenheit mit der Ampel-Koalition ist seit Beginn des Krieges in der Ukraine deutlich zurückgegangen. Waren im März noch 75 Prozent der Meinung, die Regierung leiste gute Arbeit, so sagen das jetzt nur noch 49 Prozent, wie das am Freitag veröffentlichte ZDF-„Politbarometer“ ergab. 44 Prozent stellten SPD, Grünen und FDP demnach ein schlechtes Zeugnis aus, darunter jeweils Mehrheiten in den Anhängerschaften der Oppositionsparteien.

Von der Unzufriedenheit mit der Bundesregierung kann die CDU/CSU der Umfrage zufolge nicht profitieren. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, würden nicht nur die SPD und die Grünen im Vergleich zur Vorumfrage verlieren, sondern auch die CDU/CSU. So käme die SPD auf 18 Prozent (minus eins), die CDU/CSU auf 27 Prozent (minus eins) und die Grünen auf 22 Prozent (minus eins).

Politbarometer: Karl Lauterbach im Minusbereich

Hinzugewinnen könnte die FDP mit jetzt 7 Prozent (plus eins) und auch die AfD mit 14 Prozent (plus eins). Die Linke bliebe bei fünf Prozent. Bei der Beurteilung der zehn wichtigsten Politiker und Politikerinnen nach Sympathie und Leistung hat die meisten Ansehensverluste dabei erneut besonders deutlich Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). Die beste Bewertung erhält demnach jetzt Agrarminister Cem Özdemir (Grüne) mit einem Durchschnittswert von 0,5 (Anfang September: 0,7) auf der Skala von plus fünf bis minus fünf.

Auf Platz zwei liegt Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne), ebenfalls mit 0,5 (zuvor 0,8). Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wird mit 0,5 (zuvor 0,5) eingestuft. Habeck fällt demnach mit 0,4 (zuvor 0,9) zurück auf Rang vier. Mit Abstand und im Minusbereich folgen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) mit minus 0,1 (zuvor 0,0), FDP-Chef Christian Lindner mit minus 0,1 (zuvor minus 0,1), Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CDU) mit minus 0,2 (zuvor 0,0) und CDU-Chef Friedrich Merz mit minus 0,3 (zuvor minus 0,1). Noch deutlich schlechter werden die Linke-Politikerin Sahra Wagenknecht mit minus 1,3 (zuvor minus 0,7) und AfD-Chefin Alice Weidel mit minus 2,8 (zuvor minus 2,6) beurteilt.

Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte für das „Politbarometer“ diese Woche 1355 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von zehn Prozent rund zwei Prozentpunkte.