Berlin - Deutschlands Pyro-Fans trauern – denn die Silvesternacht, die heute gefeiert wird, wird anders sein als bisher. Keine Feuerwerkskörper für den Jahreswechsel durften in diesem Jahr verkauft werden, vielerorts herrscht sogar ein komplettes Böllerverbot. Mehrere Politiker melden sich nun mit einer schrägen Idee zu Wort: Sie wollen Silvester verschieben und das ausgefallene Feuerwerk einfach später nachholen.

Böllern bringt nicht nur Freude, sondern sichert vielen Menschen in ganz Deutschland auch den Lebensunterhalt. Verheerend ist das Verkaufsverbot für Pyro-Händler, die um ihre Existenzen bangen müssen. Während etwa Weihnachtsbäume – ein Saison-Produkt – trotz Einschränkungen weiter verkauft werden durften, fallen die wichtigsten Geschäftstage der Feuerwerkshändler ins Wasser.

Drei saarländische Landtagsabgeordnete kommen auch deshalb jetzt mit dem Vorschlag: Könnte die Knallerei nicht um ein paar Monate verschoben werden? „Feuerwerk ist eine Tradition. Die sollten wir nicht komplett ausfallen lassen“, sagte Marc Speicher (36, CDU) der Bild-Zeitung. „Wir kennen viele, die jetzt enttäuscht sind. Unser Vorschlag wäre, dass wir das Spektakel am 9. Mai nachholen. Dann ist der Europatag, und vielleicht machen ja andere Länder mit, die jetzt auch verzichten.“

Auch Raphael Schäfer (39, CDU) stimmt zu. Der Mai sei der perfekte Monat – später im Sommer sei die Waldbrandgefahr zu hoch. „Und gegen Frühlingsende hat sich das Corona-Infektionsgeschehen hoffentlich beruhigt. Darauf müssen wir natürlich Rücksicht nehmen.“ Um die verspätete Böllerei möglich zu machen, müsste eine Änderung am Sprengstoffgesetz vorgenommen werden – aber das dürfte nicht zu schwer umzusetzen sein. Denn das Verkaufsverbot, für das eine Änderung in der ersten Verordnung zum Gesetz vorgenommen werden musste, war schnell beschlossen.