Polizei: Angriff auf Iran-Mahnwache in Berlin dauerte nur wenige Minuten 

Drei Demonstranten werden bei einer nächtlichen Attacke vor der iranischen Botschaft verletzt. Laut der Polizei waren die Angreifer schon weg, als die Einsatzkräfte eintrafen.

Unbekannte haben in der Nacht zum Sonntag den Wohnwagen vor der iranischen Botschaft angegriffen, der als Mahnwache genutzt wurde. 
Unbekannte haben in der Nacht zum Sonntag den Wohnwagen vor der iranischen Botschaft angegriffen, der als Mahnwache genutzt wurde. dpa/Christophe Gateau

Der Angriff auf eine Mahnwache vor der iranischen Botschaft in Berlin hat nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei nur wenige Minuten gedauert. Die Auswertung der Protokolle der Einsatzleitzentrale aus der Nacht zum Sonntag habe ergeben, dass der vor der iranischen Botschaft eingesetzte Mitarbeiter des Zentralen Objektschutzes den Vorfall um 1.15 Uhr bemerkt habe und um 1.16 Uhr Unterstützung angefordert habe. Das teilte eine Polizeisprecherin am Montag mit. Die ersten beiden Einsatzwagen seien drei Minuten später eingetroffen. Die Täter seien da schon weg gewesen. Zwei Minuten später, um 1.21 Uhr, kamen laut Polizei drei weitere Wagen an. Die Beamten hätten erfolglos die Umgebung abgesucht.

Der polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts (LKA) ermittelt in dem Fall wegen eines möglichen politischen Hintergrunds. Nach den bisherigen Ermittlungen sollen drei Männer Transparente und Fahnen von einem Wohnwagen gerissen haben, der als Mahnwache genutzt wird. Nach Polizeiangaben sollen die Verdächtigen dann versucht haben, die Tür des Wohnwagens aufzureißen, in dem sich vier Männern befanden. Dann soll sich eine verbale Auseinandersetzung und ein Handgemenge entwickelt haben. Dabei wurden laut Polizei drei Männer verletzt.

Zuvor hatten sich in der Stadt Hunderte Menschen bei einer Demonstration mit den Protesten im Iran solidarisiert. Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, zeigte sich erstaunt darüber, dass die Taten vor der iranischen Botschaft trotz des Objektschutzes möglich waren und die Täter nicht gefasst wurden. „Wenn sich der Verdacht bestätigt, dass die iranische Botschaft in diesen Angriff verwickelt ist, muss das Konsequenzen haben: Außenministerin Annalena Baerbock muss dann den iranischen Botschafter ausweisen“, forderte Beck.