Barbara Slowik, Polizeipräsidentin in Berlin.
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BerlinDie Berliner Polizei muss sich erneut mit einem Fall von Fehlverhalten in den eigenen Reihen auseinandersetzen. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, wurden Neuzugänge einer Einsatzhundertschaft in einem Aufnahmeritual offenbar dazu angehalten, Sprüche aufzusagen, in denen sich „abwertende und martialische Passagen“ befanden. Beamte zeigten dies intern an.

Wie die B.Z. berichtet, wurde das Aufnahmeritual auch in einem Video dokumentiert und der Polizeiführung vorgelegt. Die Zeitung zitiert Passagen aus einem Spruch, die sexistisch und gewaltverherrlichend sind. Die Polizei ging in ihrer Stellungnahme nicht auf einzelne Formulierungen ein.

Polizeipräsidentin Barbara Slowik sagte dazu: „Sinnsprüche zur Zugehörigkeit und das Zelebrieren von Begrüßungen sind kein polizeiliches Phänomen. Ich denke an Vereine, Bereiche des Handwerks, Hochschulen und vieles mehr. Teile der getroffenen Aussagen in diesem Fall haben für mich jedoch klar eine Grenze überschritten und sind schon gar nicht mit dem Berufsbild der Polizistin beziehungsweise des Polizisten vereinbar. Neben den eingeleiteten Verfahren werde ich diese Grenze in persönlichen Gesprächen noch einmal eindeutig aufzeigen.“

Auch wenn sich nach erster Sichtung der bisher vorliegenden Informationen keine Straftatbestände begründen ließen, sei der Sachverhalt der Staatsanwaltschaft Berlin zur strafrechtlichen Bewertung vorgelegt worden, hieß es von der Polizei. Die dortige Prüfung belege die polizeiliche Erstbewertung und stelle klar, dass Straftatbestände in keiner Weise erfüllt würden. Es seien jedoch bereits dienstrechtliche Konsequenzen gezogen worden.