Nach Razzia bei Clan-Hochzeit in Neukölln: Zirkus verleiht keine Tiger mehr 

Ein Tiger auf einer Hochzeit eines arabischen Clans löste einen SEK-Einsatz aus. Auch wenn das Tier rechtmäßig von einem Zirkus geliehen war, hat das Folgen.

Ein Tiger-Jungtier hat auf einer Clan-Hochzeit einen Polizeieinsatz ausgelöst.
Ein Tiger-Jungtier hat auf einer Clan-Hochzeit einen Polizeieinsatz ausgelöst.ccc

Der „Circus Berolina“ ist in die Kritik geraten, weil er kurz nach Weihnachten ein Tiger-Jungtier an eine bekannte Clanfamilie in Berlin-Neukölln verliehen hat. Als die Mitglieder der Familie auf Instagram mit dem Tier posierten, rückte die Polizei mit dem SEK auf Weisung des Ordnungsamts zur Villa im Ortsteil Buckow an.  

Obwohl das Tier legal ausgeliehen worden und alles rechtmäßig war, zieht der Zirkus jetzt seine Konsequenzen. „Wir haben jetzt für uns entschieden, dass wir private Audienzen überhaupt nicht mehr machen“, zitiert der RBB eine Managerin des Zirkus'.

Der „Circus Berolina“ habe bereits öfter Tiere ausgeliehen, wie sie sagt: „Wir haben schon Referenzen vorzuweisen, wie einen Elefanten bei Joko und Klas, oder ein Braunbär beim ehemaligen Bürgermeister Wowereit. Wir hatten Zebras bei Günter Jauch.“

Tiger auf Clanhochzeit: Ordnungsamt sah Gefahr für öffentliche Sicherheit

Das Amtsgericht Tiergarten ordnete trotzdem eine Durchsuchung der Clan-Villa an, die am Abend des 27. Dezember vollstreckt wurde. Es habe Gefahr für die öffentliche Sicherheit bestanden, weil man nicht habe ausschließen können, dass das Tier vom Grundstück entkommen könnte, hieß es vom Bezirk. Ferner habe die Gefahr illegalen Tierhandels bestanden. Das Amtsgericht Tiergarten habe wegen der Dringlichkeit den Beschluss erlassen.  

Neuköllns Stadträtin Sarah Nagel (Linke) war im Urlaub und wusste nach Informationen der Berliner Zeitung nichts von den Plänen. Sie steht in der Kritik, weil sie in Vergangenheit solche Razzien verhindert haben soll. Es ist nicht das erste Mal, dass Polizei und Ordnungsamt eigenmächtig handeln.