Berlin - Noch bis kommenden Mittwoch gilt in Berlin nachts eine Ausgangssperre. Als die Polizei diese in der Nacht zu Sonntag auf dem Mariannenplatz in Kreuzberg durchsetzen wollte, kam es zu Angriffen gegen die Einsatzkräfte. Zehn Polizisten wurden verletzt, 78 Menschen festgenommen. Die Angriffe waren so massiv, dass sich die Polizei zunächst zurückziehen musste. Die wenig später eintreffende Verstärkung setzte die Ausgangssperren schließlich mit Schlagstöcken und Pfefferspray durch. 

Nach ersten Informationen hätten sich rund 100 Menschen auf dem Mariannenplatz aufgehalten. Sie seien auch mit Beginn der Ausgangssperre um 22 Uhr geblieben. Als die Einsatzkräfte die Menschen vertreiben wollten, wurde ihnen von mehreren Menschen erklärt, sie seien zum Joggen draußen und das sei erlaubt. 

Polizisten müssen sich zunächst wegen massiven Angriffen zurückziehen

Von einem Mann, der sich trotz mehrfacher Aufforderung der Polizei weigerte zu gehen, verlangten die Beamten den Ausweis. „Der Angesprochene wies sich jedoch nicht aus und versuchte stattdessen, sich vom Ort zu entfernen, woraufhin ein Beamter ihn festhielt. Umstehende Personen begannen daraufhin umgehend, die eingesetzten Polizeikräfte zu bedrängen“, so ein Polizeisprecher.

Die Polizisten setzten ihre Helme auf, zogen teilweise ihre Reizstoffsprühgeräte und „forderten die aggressive Menge auf, Abstand zu halten“, so der Sprecher weiter.

Stattdessen begannen die Menschen, Steine und Flaschen auf die Einsatzkräfte zu werfen. Als die Menge immer größer und aggressiver wurden, setzen die Beamten ihre Schlagstöcke und Pfefferspray ein und zogen sich unter massivem Bewurf mit Steinen und Flaschen zurück. Sie stiegen in ihre Einsatzfahrzeuge und fuhren davon. Wenig später rückte dann Verstärkung an.

Morris Pudwell
Behelmte Einsatzkräfte der Polizei Berlin stehen zwei jungen Menschen gegenüber.

Die nun zahlreichen Polizeikräfte nahmen 78 Personen vorläufig fest und leiteten gegen alle von ihnen Ordnungswidrigkeitenanzeigen wegen Verstößen gegen die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung ein. Der Polizeisprecher weiter: „Zudem leiteten sie Strafermittlungsverfahren wegen besonders schweren Landfriedensbruchs, Widerstands, tätlichen Angriffs, versuchter Gefangenenbefreiung und Sachbeschädigung ein.“

Zwei Männer im Alter von 29 Jahren sowie eine 25-jährige Frau wurden weiterhin erkennungsdienstlich behandelt. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde alle Personen wieder entlassen.