Senat: Vermeintlicher Wolf in Spandau ist doch ein Hund

Mehrere Passanten haben einen Wolf in Berlin-Spandau gesichtet und die Polizei verständigt. Der Förster bestätigte zunächst die Echtheit des Tieres. Ein zweiter Experte kommt zu einem anderen Ergebnis.

Ein Tier wurde in Berlin gesichtet. Zuerst dachte die Polizei, es wäre ein Wolf. Doch es war ein Hund
Ein Tier wurde in Berlin gesichtet. Zuerst dachte die Polizei, es wäre ein Wolf. Doch es war ein Hundimago/Ronald Wittek

Mehrere Passanten haben nach eigenen Angaben einen Wolf in Berlin-Spandau gesichtet und die Polizei verständigt. Wie das Lagezentrum der Polizei der Berliner Zeitung am Morgen mitteilte, gingen die Notrufe am Samstagabend und Sonntagmorgen ein.

Einsatzkräfte entdeckten das Tier in der Kolonie Hasenheide im Ortsteil Wilhelmstadt und filmten es. Wie ein Polizeisprecher auf Nachfrage am Sonntagnachmittag erklärte, bestätigte der Revierförster den Beamten zunächst, dass es sich um einen Wolf handele.

Senatsverwaltung: Bei dem Tier handelt es sich um einen wolfsähnlichen Hund

Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz kam am Sonntagnachmittag zu anderen Erkenntnissen und korrigierte sich: Bei dem Tier handele es sich um einen Hund. „Wir haben einen Experten draußen, der bereits festgestellt hat, dass es sich um einen wolfsähnlichen Hund handelt. Es ist auch bereits die Hundehalterin ausfindig gemacht worden, der das Tier vor zwei Tagen entlaufen ist“, erklärte Sprecher Jan Thomsen der Berliner Zeitung. Der Experte habe weitere Fotos gesichtet und seine erste Einschätzung verbessert.

In dem Naturschutzgebiet Döberitzer Heide westlich von Berlin hatte sich 2021 ein Wolfsrudel niedergelassen. Zunächst waren zwei Elterntiere und vier Welpen auf dem Areal gesichtet worden, im Mai 2022 ging die Heinz-Sielmann-Stiftung von insgesamt acht Wölfen auf dem Gelände aus.

Polizei Berlin: Passanten sollen sich dem Tier nicht nähern

Das Tier, das nun in Berlin gesichtet wurde, sei „nicht konfrontativ“, hieß es von der Polizei. Es gebe darum bislang keine Veranlassung, einzuschreiten. Passanten sollten sich gleichwohl dem Tier nicht nähern, riet der Polizeisprecher.

 Im Januar 2020 etwa hatte Jungwölfin „Juli“ aus Sachsen, die einen Sender trug, nach langer Wanderung ihre Nase nach Berlin-Adlershof hineingesteckt. Außer den Senderdaten hinterließ sie nach Angaben der Berliner Umweltverwaltung jedoch keine Spur. Nach kurzer Zeit wanderte „Juli“ nach Mecklenburg weiter.

Transparenzhinweis: Im Laufe des Sonntagnachmittags haben sich neue Erkenntnisse ergeben. Wir haben den Artikel dementsprechend verändert.