Polizisten und Mitarbeiter des Ordnungsamtes hieven einen der illegalen Spielautomaten auf einen Lastwagen. 
Foto: Morris Pudwell

BerlinPolizei und Ordnungsamt haben in Treptow-Köpenick Einkaufszentren und Lokale auf Vergehen gegen die Infektionschutzverordnung kontrolliert.  Bei dem über achtstündigen Schwerpunkteinsatz stießen die Beamten am Mittwochnachmittag auf eine Shisha-Bar am Sterndamm, in der gleich mehrere Verstöße festgestellt wurden. In den Räumen wurden manipulierte Spielautomaten und Falschgeld entdeckt. Insbesondere die in Deutschland verbotenen„Fun-Games“-Geräte überschwemmen derzeit die Berliner Casinos. 

Eigentlich waren die Einsatzkräfte auf einer ganz anderen Mission. Die elf Polizisten und drei Mitarbeiter des Ordnungsamtes Treptow-Köpenick kontrollierten in der Zeit von 14.30 bis 22 Uhr zahlreiche Geschäfte, in denen es viel Publikumsverkehr gab. Zuerst wurde die Feuerwehr dorthin alarmiert, um in den Räumlichkeiten einen offenbar verdächtig hohen Co-Wert zu kontrollieren. Ein Test konnte den Verdacht nicht bestätigen. Weil die hinteren Räume verschlossen waren, mussten einige Türen zum Teil gewaltsam geöffnet werden. Dafür war zuvor ein richterlicher Durchsuchungsbeschluss erwirkt worden. 

Manipulierte Spielgeräte

„Das Lokal war sehr auffällig. Es wurden gravierende Verstöße gegen die Gewerbeordnung festgestellt“, erklärte ein Polizeisprecher am Donnerstag. In einem der hinteren Räume entdeckten die Einsatzkräfte zunächst einen Pokertisch und Falschgeld. Anschließend stießen sie auf Tischglücksspielautomaten, der für den gewerblichen Gebrauch illegal sind. Die tragbaren Geräte des Typs „Gaminator“ verfügen über manipulierte Casinosoftware mit einstellbarer Gewinnquote. In den meisten Fälle landet der Gewinn so fast zu 100 Prozent bei dem Betreiber. „Diese Geräte finden wir in Berlin jetzt immer häufiger vor“, sagte ein Polizist. Insgesamt wurden vier dieser Spielautomaten sichergestellt. 

Illegale „Fun-Games“-Geräte unterscheiden sich stark von den den staatlich zugelassenen Spielgeräten, wo um Geld gespielt wird. Bei sogenannten „Unterhaltungsspielgeräte“ wird nach Geldeinwurf virtuell um Punkte gespielt, die aber Bargeld wert sind. Die Geldgewinne werden zumeist durch die Gaststättenbetreiber aus schwarzen Kassen „an der Theke“ ausgezahlt. Daher wird nun auch das Finanzamt eingeschaltet.

Aufgrund verschiedener Verstöße wurde die Shisha-Bar vom Bezirksamt Treptow-Köpenick versiegelt. Wie lange das Lokal geschlossen und wie hoch das Bußgeld sein wird, war zunächst unklar. Die Ermittlungen dazu seien noch nicht abgeschlossen.