Berlin - Mit einer Großrazzia ist die Polizei gegen organisierte Kriminalität im Clan- und Rocker-Milieu in Berlin und Hamburg vorgegangen. Insgesamt wurden am Donnerstagmorgen 33 Wohnungen und andere Räume durchsucht, drei Verdächtige wurden verhaftet, wie die Berliner Staatsanwaltschaft mitteilte. Es gehe um Verdächtige aus arabischstämmigen Großfamilien und der Rockergruppierung der Hells Angels, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. Rund 500 Polizisten aus Berlin und von der Bundespolizei waren im Einsatz, darunter waren auch Spezialeinsatzkommandos (SEK).

Ermittelt werde wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung und weiterer Straftaten, so die Staatsanwaltschaft. Die Beschuldigten hätten vor allem auf dem Gebiet des sogenannten Gewaltinkassos sowie durch Betrugstaten und Straftaten nach dem Betäubungsmittelgesetz nicht unerhebliche Vermögenswerte erzielt. Die Haftbefehle seien im Zusammenhang mit Immobiliengeschäften erlassen worden.

Der Vorwurf Bildung einer kriminellen Vereinigung ist neu im Zusammenhang mit dem Vorgehen gegen kriminelle Clanmitglieder. Der entsprechende Paragraf 129 definiert eine kriminelle Vereinigung als einen Zusammenschluss von mehr als zwei Menschen zur Verfolgung eines übergeordneten gemeinsamen Interesses.

Der Schwerpunkt der Einsätze soll in den Bezirken Mitte, Charlottenburg und Spandau liegen. Im Fokus stehen besonders Mitglieder einer bekannten Großfamilie. Laut einem Bericht der Berliner Morgenpost geht es um den Verdacht der Geldwäsche mittels Immobiliengeschäften.

Clan- und organisierte Kriminalität ist seit längerem in Berlin und in anderen Bundesländern ein Thema. Ende September gab es Durchsuchungen wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und Geldwäsche bei Managerhonoraren in der Rapper-Szene. Vermögen in Höhe von mehreren Millionen Euro wurde vorläufig sichergestellt.

Im November fasste die Polizei drei Verdächtige aus einer anderen Großfamilie im Zusammenhang mit dem spektakulären Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden. Zwei weitere mutmaßliche Täter entkamen. Zuvor hatten Anfang November gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Clanmitgliedern und Tschetschenen Schlagzeilen gemacht.