Berlin - Die Weiterwanderung von Flüchtlingen nach Deutschland, die zuvor in Griechenland anerkannten wurden, nimmt laut Bundespolizei tendenziell zu. Dies geht aus einem Bericht der Welt hervor. Demnach emigrieren rund tausend Menschen monatlich in die Bundesrepublik, obwohl sie bereits in Griechenland eine Schutzberechtigung erhalten haben. Seit Sommer 2020 fände die legale Weiterwanderung von bereits in Griechenland aufenthaltsberechtigten Flüchtlingen statt, heißt es. Die Bundespolizei teilte dem Bericht zufolge weiter mit, dass viele Migranten direkt nach Deutschland fliegen würden. Gleichzeitig gebe es einige, die nach Warschau reisen würden, um von dort über die deutsch-polnische Grenze nach Deutschland zu gelangen. 

Die Menschen würden laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nicht zurückgebracht, da die Anträge zunächst nicht erledigt werden. Das BAMF habe die Anträge „ab dem 23. Dezember 2019 rückpriorisiert, weil die Antragsteller bereits über europäische Aufenthaltstitel und Schutzstatus verfügten und aus aufenthaltsrechtlicher Sicht dadurch privilegiert sind“.

Wie die Welt berichtet, sind Abschiebungen zurück nach Griechenland ohnehin nur schwer möglich. Der aktuellste Grund dafür sei ein Urteil des nordrhein-westfälischen Oberverwaltungsgerichts. Demnach könnten Flüchtlinge nicht nach Griechenland abgeschoben werden, da ihnen dort „die ernsthafte Gefahr einer unmenschlichen und erniedrigenden Behandlung“ bevorstünde. Wohnungen und Arbeit für Flüchtlinge seien Mangelware.