Berlin - Nach wochenlangen Ermittlungen haben die deutsche und die polnische Polizei eine mutmaßliche Betrügerbande gefasst, die mit dem sogenannten Enkeltrick alte Menschen um ihr Geld gebracht haben soll. Fünf Verdächtige wurden am vergangenen Donnerstag in der westpolnischen Stadt Posen festgenommen, wie die Berliner Polizei am Dienstag mitteilte. Parallel fand eine Geldübergabe in Düsseldorf statt, die von der Polizei observiert wurde. Dabei wurde ebenfalls ein Verdächtiger gefasst. 

An den intensiven Ermittlungen waren die Berliner Staatsanwaltschaft, die Polizei in Posen, Dortmund, Düsseldorf sowie Europol beteiligt. Ermittelt wurde wegen Enkeltrick-Betrugs in zehn Fällen.

Bei der Tat am Donnerstag wurde laut Polizei einer 70-Jährigen ahnungslosen Frau in Düsseldorf durch eine angebliche Tochter eine Lügengeschichte vorgespielt. Die vermeintliche Tochter erzählte am Telefon, sie habe einen Autounfall verursacht und dabei jemanden getötet. Anschließend übernahm eine angebliche Kriminalbeamtin das Gespräch und forderte 23.000 Euro Kaution. Es kam zu einer Geldübergabe durch die alte Frau, bei der die Polizei den Abholer, einen 51-jährigen Mann, festnahm. Bei der Durchsuchung der Wohnung der Verdächtigen in Polen beschlagnahmte die Polizei Laptops, Handys und Bargeld.

Bislang könnten der Bande in Berlin fünf von den zehn Taten oder Versuchen, um die es in den Ermittlungen geht, zugeordnet werden, erklärte die Polizei. Die Auswertung der Beweise und weitere Ermittlungen könnten zur Aufklärung zahlreicher anderer Enkeltricktaten in europäischen Ländern führen. Durch die intensive Zusammenarbeit aller Dienststellen sei es möglich gewesen, in Deutschland einen Schaden von insgesamt mehr als 200.000 Euro zu verhindern.

Die Polizei rät in dem Zusammenhang: „Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen. Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben. Rufen Sie die jeweilige Person unter der Ihnen bekannten Nummer selbst an. Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt.“