Das mobile Einsatzkommando (MEK) Dresden soll einen Skiurlaub in einem Vier-Sterne-Hotel in den Alpen als „Fortbildungsreise“ deklariert haben. Wie die Leipziger Volkszeitung berichtete, ging es bei der Reise um einen Ausbildungsplan, den der damalige MEK-Chef als zuständiger Dezernatsleiter im Landeskriminalamt (LKA) bestätigt hatte.

Der sächsische Innenminister Roland Wöller (CDU) zeigte sich von der Nachricht über den Skiurlaub „erschüttert, aber nicht überrascht“. Er sagte: „Nach dem Munitionsskandal im Landeskriminalamt habe ich eine unabhängige Untersuchungskommission eingesetzt, um die Arbeit der Spezialeinheiten genau unter die Lupe zu nehmen.“

Die Munitionsaffäre erschütterte die Polizei Sachsen Ende März vorigen Jahres. Eine Sondereinheit wurde komplett aufgelöst. Gegen 17 Beamte eines mobilen Einsatzkommandos des LKA wurden wegen Diebstahls und wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz Ermittlungen eingeleitet. Den Hauptbeschuldigten wird vorgeworfen, im November 2018 aus Dienstbeständen mindestens 7000 Schuss Munition für Pistolen, Maschinenpistolen und Sturmgewehre entwendet und diese als Bezahlung bei einem privaten Schießtraining in Güstrow genutzt zu haben.

Das Landeskriminalamt äußerte sich bisher nicht zu Anfragen bezüglich der „Fortbildungsreise“ und verwies auf ein laufendes Verfahren. Eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft Dresden sagte, dass die Behörde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Betrugs im Zusammenhang mit einer Fortbildungsreise führe.