Spezial-Software kann Gesichter und Stimmen genau erfassen oder Dokumente sehr gut auswerten. Fast wie ein Mensch. Künstliche Intelligenz (KI) kommt jetzt in den ersten Berliner Verwaltungen zum Einsatz und soll künftig auf andere Fachbereiche ausgeweitet werden. Das teilt die Senatsinnenverwaltung nach einer parlamentarische Anfrage der FDP mit. Das Dokument ist noch nicht veröffentlicht und liegt der Berliner Zeitung vor. Die Finanzverwaltung setzt KI in der Steuerverwaltung ein. Bei der Steuerfestsetzung sowie der Kontrolle der Angaben der Steuerpflichtigen wird KI eingesetzt und liefert den Finanzämtern somit entscheidende Daten zu. Name der Software: Risikomanagementsystem (RMS).

Zweiter großer Einsatzort: das LKA in Berlin. Die Polizei nutzt KI für die Gesichtserkennung und Sprecher- und Audioanalyse sowie für die Recherche von Bildern. Mit künstlicher Intelligenz können die Ermittler Stimmen ganz genau vergleichen. Das Programm: System Vocalise (Oxford Wave Research).

KI soll für die Polizei Berlin verdächtige Objekte sofort erkennen

Darüber hinaus ist in Zukunft der Einsatz in anderen Fachbereichen geplant. Die Senatsverwaltung für Kultur und Europa prüft die Anwendung von künstlicher Intelligenz zur automatisierten und barrierefreien Erschließung von Dokumenten. Das heißt: Fotos, Dokumente und Pläne sollen blitzschnell ausgewertet werden können. Künftiger Einsatzort soll die Obere Denkmalschutzbehörde in Berlin sein. Wann die Neuerung kommt, wird nicht gesagt.

Ebenfalls in Planung: Betreten Polizisten einen Tatort, sollen sie künftig in bei ihrer Arbeit durch KI-Systeme unterstützt werden. In Fotos, Videos und im Kamerabild erkannte Objekte sollen für die Ermittler visuell gekennzeichnet und mit Handlungsempfehlungen verknüpft werden. So steht es in der Senatsantwort.

Weiterhin sollen Tonaufzeichnungen vom Tatort mit Hilfe von KI-Methoden in Quasi-Echtzeit transkribiert werden. Das Auswerten von Bild- und Videodateien will die Polizei mit KI noch verbessern.

Die parlamentarische Anfrage stellte Roman Francesco Rogat von der FDP. Ihm geht die Entwicklung in Sachen KI trotz der Erfolge viel zu langsam. „Es ist an der Zeit, aus dem Papierchaos zu lernen und eine moderne, effiziente und transparente Verwaltung aufzubauen“, sagte er der Berliner Zeitung.