BerlinDie Verunsicherung vieler älterer Menschen in der Corona-Krise nutzen Betrüger zunehmend aus, um sich bei Senioren ins Vertrauen zu schleichen. Anschließend versuchen die Täterbanden mit Tricks an das Ersparte und an Wertgegenstände der Rentner zu gelangen. Die Berliner Polizei hat nun erneut davor gewarnt, Fremden zu vertrauen. 

Denn Kriminelle nutzen seit Beginn der Pandemie Angst und Sorge in der Bevölkerung schamlos für Betrugsstraftaten aus. Wie die Polizeiliche Kriminalprävention mitteilte, treten die Täter als falsche Polizeibeamte, vermeintlich erkrankte Angehörige oder Behördenmitarbeiter auf und fordern ihre Opfer unter Bezugnahme auf das Coronavirus zu Geldzahlungen auf. In diesem Zusammengang will die Polizei deshalb insbesondere ältere Menschen über die Betrugsmaschen dieser Banden informieren. So rufen die Täter bei Senioren an und geben sich beispielsweise als Ärzte aus. Sie behaupten, ein Familienmitglied des Angerufenen habe Corona und brauche Geld für Medikamente. Das Bargeld wird dann oft an einem vereinbarten Ort übergeben. 

„Seien Sie immer misstrauisch, wenn Fremde oder angebliche Angehörige Geld an der Haustür, am Telefon und im Internet von Ihnen verlangen“, warnt Dr. Stefanie Hinz, Vorsitzende der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. „Lassen Sie sich nicht drängen, sind Sie unsicher, ziehen Sie Nachbarn oder Angehörige hinzu oder rufen Sie gleich die Polizei“, betont Hinz.

Im Zusammenhang mit Corona gibt es mehrere Vorgehensweisen der Betrüger. Bereits im Frühjahr hatten sich Kriminelle als Beamte des Gesundheitsamtes ausgegeben, um an die Wertsachen älterer Menschen zu gelangen. Eine Seniorin in Pankow erkannte jedoch den Schwindel, weil die Vorgehensweise offenbar zu plump war. Mittlerweile schlüpfen die Trickdiebe in andere Rollen. Sie verkleiden sie sich beispielsweise als Ärzte und Sanitäter, um unter einem falschen Vorwand in die Wohnungen älterer Menschen zu gelangen. 

Schützen Sie sich vor kriminellen Handlungen mit Bezug zum Corona-Virus:

  • Vertrauen Sie den Informationen offizieller Stellen. Lassen Sie sich nicht durch Nachrichten verunsichern, die über soziale Netzwerke oder Messengerdienste verbreitet werden. Offizielle Stellen sind: Ihre Gemeindeverwaltungen, das Gesundheitsamt oder Landes- und Bundesministerien sowie das Robert-Koch-Institut (RKI).
  • Vergewissern Sie sich, mit wem Sie es zu tun haben: an der Haustür, am Telefon und online. Fragen Sie bei offiziellen Stellen genau nach, z. B. wenn Sie von Behördenmitarbeitern an der Haustür kontaktiert werden oder sich Personen am Telefon als Polizei ausgeben. Suchen Sie die Telefonnummer für Ihre Rückfrage selbst heraus oder lassen Sie sich diese durch die Telefonauskunft geben.
  • Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung. Nehmen Sie auch keine Hilfe von Fremden an, die sich unaufgefordert an Sie wenden.
  • Gehen Sie nicht auf Geldforderungen ein. Betrüger versuchen, ihre Opfer unter dem Vorwand des Corona-Virus zu Zahlungen zu überreden. Am Telefon geben sich Betrüger momentan verstärkt als Angehörige aus, die am Coronavirus erkrankt seien und daher dringend Geld für Medikamente benötigten.
  • Geben Sie keine sensiblen Daten preis. Dazu gehören Passwörter, Kreditkartendaten oder die PIN. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, wenn Personen Sie unter dem Vorwand der Corona-Lage zu schnellem Handeln drängen.
  • Bei verdächtigen Situationen wenden Sie sich sofort an die Polizei. Sowohl der Notruf unter 110 als auch Ihre örtliche Polizeidienststelle stehen Ihnen hier jederzeit zur Verfügung.
  • Informieren Sie sich über Schutzmöglichkeiten im Zusammenhang mit dem Coronavirus unter www.polizei-beratung.de/corona-straftaten oder nutzen Sie dafür die kostenlose Warn-App NINA.