Die Hitze am vergangenen Wochenende hat zu einem Ansturm auf die Berliner Freibäder geführt. An manchen Orten eskalierte die Situation. Es kam zu Körperverletzungen, Landfriedensbruch und Hausfriedensbrüchen. Die Polizei Berlin bestätigte dieser Zeitung zwei größere Einsätze.

Im Sommerbad am Insulaner in Berlin-Steglitz führte am Sonntag eine Spritzerei mit Wasserpistolen zu einer Schlägerei mit etwa 100 beteiligten Personen. Erst als insgesamt 13 Funkwagen sowie Teile einer Einsatzhundertschaft am Ort eintrafen, beruhigte sich die Lage. Es gab Festnahmen und Verletzte. Die Polizei ermittelt derzeit gegen vier Tatverdächtige im Alter zwischen 15 und 23 Jahren.

Berliner Bäder-Betriebe: 172 Sicherheitskräfte im Einsatz

Auch das Sommerbad Pankow war am Wochenende gut besucht. Wegen der langen Warteschlange versuchten am Sonntag einige Personen, über den Zaun zu klettern und sich illegal Zutritt zu verschaffen, wie die Polizei auf Anfrage erklärte. Den Badbetreibern in Pankow blieb nichts anderes übrig, als die 110 zu wählen. Die Ermittlungen wegen Hausfriedensbruchs laufen.

In einigen Bädern kam es zu Einlassstopps, wie der Sprecher der Berliner Bäder-Betriebe, Matthias Oloew, sagte. Am Sonnabend seien die Bäder in Pankow, Neukölln und Kreuzberg betroffen gewesen, am Sonntag das Sommerbad am Insulaner und das Kombibad Gropiusstadt. Um der Situation Herr zu werden, seien 172 Sicherheitskräfte im Einsatz gewesen.

Schlachtensee, Krumme Lanke: Polizei Berlin löst Partys auf

Rund 109.000 Menschen haben am Wochenende Abkühlung in den Berliner Freibädern gesucht. Das teilten die Bäder-Betriebe am Montag auf Anfrage mit. Im Vergleich zum Wochenende davor (38.000 Menschen) waren das zwar fast dreimal so viele Besucher. Rekordverdächtig waren die Zahlen nach Angaben von Sprecher Matthias Oloew aber noch nicht. Der Besucherandrang reichte jedoch, um den Betrieb an seine Grenzen zu bringen: „Unser Onlineshop ist in die Knie gegangen“, räumte Oloew ein. Die Serverkapazität habe nicht ausgereicht. Bereits am Sonnabendmorgen habe es etwa 260.000 Zugriffe gegeben. „Da müssen wir nachbessern.“

Die Berliner Polizei hat zudem am Freitag zwei Partys mit mehreren Hundert Feiernden am Schlachtensee und an der Krummen Lanke aufgelöst. Die Gäste sorgten am Freitagabend für Lärm und viel Müll an den Ufern der Gewässer im Südwesten der Hauptstadt.

Die Jugendlichen hatten Musikboxen, Alkohol und in zwei Fällen Drogen in das Landschaftsschutzgebiet mitgebracht. Die Beamten räumten die Partys nach 22 Uhr, ohne dass es größeren Widerstand gab. „Danach gab es keine Probleme mehr“, sagte ein Polizeisprecher. (mit dpa)