Pritzwalk/Berlin - Knapp einen Monat lang suchte die Polizei nach einem 15-jährigen Mädchen aus Brandenburg. Seit Dienstag haben ihre Eltern nun die traurige Gewissheit: Ihre Tochter ist in Berlin ums Leben gekommen. Sie wurde leblos in einem Berliner Gewässer aufgefunden, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Die Todesursache sei noch unklar. Bisher gebe es aber keine Hinweise auf eine äußere Gewalteinwirkung oder ein Fremdeinwirken. Ob die Leiche obduziert wird, werde noch geprüft.

Die Polizei ging von Anfang an davon aus, dass das Mädchen irgendwie nach Berlin gekommen sein musste. Da die Ermittler in dem Fall nicht weiterkamen, wandten sie sich mit einem Foto der Vermissten an die Öffentlichkeit. Erst am Sonntag hatte die Polizei noch einmal die Bevölkerung um Mithilfe gebeten.

Nach Angaben der Brandenburger Polizei war die 15-Jährige zuletzt am Abend des 17. März in Pritzwalk gesehen worden. „Dann verlor sich ihre Spur in Berlin, wo sie gemeinsam mit einer Freundin die Nacht verbracht haben soll“, so eine Polizeisprecherin. Alle großangelegten Suchmaßnahmen verliefen ohne Erfolg. Das Mädchen war zuvor in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht.

Polizei: Vermisstes Mädchen steckte in hilfloser Lage

Die Polizei ging aufgrund ihres Zustands davon aus, dass das Mädchen hilflos war oder sich selbst verletzt haben könnte. Das etwa 1,79 Meter große Mädchen hatte eine auffällige Frisur. Ihre schwarz-rot gefärbten Haare hatten den Ermittlern Hoffnung gegeben, dass sie wiedererkannt wird. Doch es gingen keine hilfreichen Hinweise zu ihrem Aufenthaltsort ein. Unklar sei bisher, wo sie sich die ganze Zeit in Berlin aufgehalten hatte. Auch zum Todeszeitpunkt machte die Polizei keine Angaben.

Immer wieder werden vor allem Jugendliche als vermisst gemeldet. Die meisten kehren nach zwei bis drei Tagen wieder zurück nach Hause. Doch einige von ihnen bleiben für immer verschwunden. Allein in Berlin wurden im vergangenen Jahr 64 Kinder und Jugendliche erfasst, die bis Anfang Januar noch immer als vermisst galten.